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Beschreibung
vor 2 Tagen
Vielleicht habt ihr es schon gemerkt, es gibt keinen Song „Glaube
ohne Gott“ von Kettcar, aber es gibt zwei Songs in denen das
vorkommt – „Mit der Stimme eines Irren“ und „Zurück“ außerdem
interessant die Bücher von Dorothee Sölle und Hartmut von Sass,
die sich mit atheistisch glauben beschäftigen und auch das Buch
von Martin Buber Ich und Du.
Das Buch von Hartmut Sass – mit dem Titel „Atheistisch glauben“
und die beiden Kettcar Songs „Mit der Stimme eines Irren“ und
Zurück“– beschreiben was mir theologisch wichtig ist – aber wie
bekomme ich das zu fassen – als Pfarrer habe ich manchmal das
Gefühl mit der Stimme eines Irren in einer noch bekloppteren Welt
zu leben und gegen diesen Irrsinn anzureden, anzuhoffen und
anzureden – in all der Verzweiflung ist es dann gut sichere Orte
zu haben an die ich mich zurückziehen kann – zurück um mich
selbst zu finden –
„Ein Glauben ohne Gott“ – so singen Kettcar, und zunächst klingt
das wie eine Absage an Religion. Aber je länger du hinhörst,
desto deutlicher tritt eine andere Gestalt hervor: Glaube nicht
als Bekenntnis zu einem entfernten Himmelswesen, sondern als
Weise, das Leben zu führen; nicht als Flucht, sondern als Blick,
der in diese Welt anderes reinschaut. Genau hier treffen sich
Kettcar mit einer Theologie, die von Dorothee Sölle bis Hartmut
von Sass reicht – oder den Evangelien, wo der Glaube eben
Zwischen den Menschen passiert, im Dialog in der Zuwendung.
Martin Buber hätte es so gesagt: Alles Wesentliche spielt sich im
„Zwischen“ ab, nämlich zwischen Ich‑Du.
Ich finde, Kettcars „Glaube ohne Gott“ ist im besten Sinn
christlich: Ich denke Jesus würde da mitsingen. Hört euch beide
Lieder mal an und überlegt von das eigentlich gesungen wird.
Es geht um Kontakt zu den Mitmenschen, im Du wird Bereicherung
entdeckt, in derselben Wirklichkeit tauchen auf einmal
Möglichkeiten auf. Um es mit Martin Buber zu sagen es ist ein
Glaube im Zwischen: Kein Besitz, sondern Begegnung; kein System,
sondern Stimme; keine Flucht, sondern Nähe.
Darauf kommt es an. Wir müssen keinen Gott vorschieben, um das zu
tun, was Gottes Sache ist. Wir sollten anderen den Himmel nicht
erklären, sondern ihn runter auf die Erde leben. Glaube ist
etwas, dass ich nur – mit blinden Händen, mit zitternder Stimme
–zeigen kann – und eben nicht mit ausgestrecktem
Zeigefinger.
Auf was es ankommt, das was uns unbedingt angeht ist da wo jemand
sagt „Ich bin mehr, wenn ich hier bei dir bin“
Anke liest die Textstellen der Kettcar Songs.
Ich freue mich sehr, dass Hartmut von Sass am Ende der Folge auch
etwas zu Kettcar und Glaube ohne Gott sagt.
Mehr
dazu: https://www.swr.de/swr1/leute/theologe-hartmut-von-sass-ueber-glaube-und-kirche-100.html
Foto: Borries
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