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14 Minuten
Im Podcast erzählt euch Sophie etwas über den Osten und der Song liefert ihr dafür drei Impulse. Es lohnt sich den Song genau zu hören, der er beschreibt, wie sich das anfühlt, wenn Menschen über einen reden und nicht mit einem. Leider stimmt das, denn der Osten wird oft „erklärt“, aber zu selten wird Erfahrung ernsthaft angehört. Das erzeugt das Gefühl, beobachtet, statt beteiligt zu sein. Es entsteht ein Gefühl dumm und weniger wert zu sein. Wo Anerkennung von Erfahrung fehlt, und praktische Entlastung ausbleibt, kippt Vertrauen. Wen soll ich dann wählen, wenn ich das Gefühl habe, echte „Rettungsringe“ fehlen.

 

Der Song von Kummer kann helfen, um genauer hinzusehen, dort heißt es:

Rostbraune Flecken an den Wänden unter Deck

Und wenn man das Jahrzehntelang so lässt

Dann geht das später nicht mehr von alleine weg

Irgendwann wird ein Loch zu einem Leck

Das „Leck“ ist keine plötzliche Katastrophe, sondern ein Prozess, der irgendwann auch die „erste Klasse“ erreicht. Viele Konflikte der Gegenwart sind Folgeerscheinungen von kleinen und großen Löchern früherer Entscheidungen – Abwanderung, Lohnlücken, dünne Infrastruktur, fehlende Repräsentanz – alles kleine Risse, die sich über Jahre summieren. 

 

Hier die Tipps aus dem Podcast mit denen Du dich genauer informieren kannst:

Jana Hensel (Autorin und Journalistin) Warum sich der Osten von der Demokratie verabschiedet  https://www.ndr.de/kultur/epg/Das-Gespraech,sendung-4404698.html

Marcant (Influencer und Investigativjournalist), Ich wurde vom AfD Demokratie-Fest geworfen … https://www.youtube.com/watch?v=4ZO3ayPGBKg

Abgeschrieben? – Der Osten in den Medien - MDR Mediathek:

https://www.mdr.de/video/mdr-videos/reportagen-dokus/video-abgeschrieben-der-osten-in-den-medien-mdr-100.html

Max Schneller (politische Aktivist aus Sachsen-Anhalt): Maximal.Demokratisch –

https://www.deutscher-engagementpreis.de/engagiertenfinder/engagiertendetails/6604-maximaldemokratisch

Buchtipp: Jana Hensel – Wie alles anders bleibt

Foto Philipp Gladsome

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10 Minuten
Wenn ich Lovers in a dangerous time höre denke ich nicht zuerst an große politische Bedrohungen, sondern an etwas Intimeres: an die Fragilität von Nähe, an Liebe, die nicht trotz der Gefahr – sondern in ihr möglich ist. Für mich ist das der Kernsatz im Lied:

Nothing worth having comes without some kind of fight. Nichts was es wert ist, kommt ohne Auseinandersetzung.

Auch in „Wahrlügen“, dem Buch meiner Tante, erscheint die Liebe nicht als heile Gegenwelt, sondern im Schatten von Krieg, Schweigen, Missverständnis und Projektion. Wir sind Liebende in gefährlichen Zeiten – aber die größte Gefahr ist vielleicht nicht der Krieg, sondern dass wir einander nicht wirklich sehen - und annehmen. Und vielleicht steht dagegen ein Gedanke von Spinoza, der dem  Buch vorangestellt ist: 

Friede ist nicht Abwesenheit von Krieg

Friede ist eine Tugend, eine Geisteshaltung

Eine Neigung zu Güte, Vertrauen, Gerechtigkeit 

Liebe ist nicht sicher, aber sie trägt.

Nothing worth having comes without some kind of fight / Got to kick at the darkness till it bleeds daylight.

Ein Brief meines Opas aus dem Krieg an seine Frau beinhaltet einen richtigen „kick“ gegen „darkness“:

Mit heißen Küssen beschließe ich den Brief und bin Dein Helmut.

Das ist keine Naivität, keine Sentimentalität. Es ist der Versuch, im Dunkel eine andere Wirklichkeit zu behaupten: Pläne machen, wo alles dagegenspricht. Mit Worten ein Licht zu entzünden, wo der Winter näher rückt. 

Heute sind unsere „Fronten“ andere: Krankheit, Erschöpfung, Entfremdung – und eine Welt, die keine Ruhe lässt. Der Kampf richtet sich nicht nur nach außen. Er beginnt dort, wo wir dem Dunkel in uns nicht das letzte Wort lassen. 

Die konkrete Einladung heißt: nicht aufschieben: klärende Gespräche, Zuspruch, kleine Feste, und ja, auch Küsse. Nähe ist verletzlich, sie kann wehtun. Aber vielleicht ist sie die einzige Weise, der Dunkelheit etwas entgegenzusetzen. Heute, nicht irgendwann.

Die englischen Texte werden von George gelesen.

https://mechthild-online.de/uber-mich/

Foto Borries

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8 Minuten
Mein Freund Andreas kennt Martin Bechler von Fortuna Ehrenfeld, über diesen Kanal habe ich Audios von Martin über diesen Song bekommen, daraus ist diese Folge entstanden.

In jedem Traum, in jedem Blick

Kommt die Erinnerung zurück

Du kannst es wenden, kannst es drehen

Ich kann dich überall hier sehen

Dieser Song erzählt eine sehr persönliche Geschichte. Gerade weil er so konkret ist, lädt er uns ein, unsere eigenen Bilder darin zu finden: Orte, Situationen, Sätze, die uns an Menschen erinnern, die fehlen. Lieder geben Gefühlen eine Form, die wir vielleicht nicht in Worte fassen können – und machen Trauer sagbar und hörbar.

In dieser Folge erzählt euch Martin wie das bei ihm war –jemanden überall zu sehen.

Psychologisch geschieht hier keine Geistererscheinung, sondern das Zusammenspiel von Wahrnehmung, Emotion und Gedächtnis. Bildern und Geräuschen - das, was früher mit einer Person verbunden war, wird durch einen Auslöser reaktiviert. Für Trauernde kann das tröstlich und schmerzhaft zugleich sein: tröstlich, weil die Verbindung lebendig bleibt; schmerzhaft, weil die Lücke spürbar wird. Die Fähigkeit, Menschen in der Erinnerung „wiederzusehen“, zeigt, dass Beziehungen nicht allein an das Leben gebunden sind — sie bleiben als Erfahrung in unserem Inneren wirksam. 

Martin nennt das - Turnübungen für die Heilige Gemeinde – sich erinnern und zusammen trauern.

Songs helfen Gefühle zu teilen und ich denke, jede und jeder hat so „ich seh dich überall Menschen“ und dann ist es schön mit anderen bei Fortuna Ehrenfeld zu sitzen und gemeinsam eine Träne laufen zu lassen – es ist schön nicht alleine zu sein

Foto Michael Haegele

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13 Minuten
Diese Folge ist mit Sebastian, er mag die Toten Hosen viel mehr als ich und zu ihrer letzten Runde sollen sie dann auch mal schön gewürdigt werden.

Erzählen, was früher einmal war, ist das, was Menschen machen, wenn sie auf ein Leben oder einzelne Episoden zurückblicken. Auf Triumphe der Lieblingsmannschaft, beim Klassentreffen auf die eigene Schulzeit, auf legendäre Partynächte, auf die eigene Jugend. Wenn sich Menschen nach langer Zeit wieder begegnen oder wenn sie sich verabschieden. 

Bei Beerdigungen gehört der Rückblick auf das Leben fest dazu. Gerade nach einem langen und ereignisreichen Leben spendet er Trost, hilft an den Menschen zu erinnern und mit Kapiteln abzuschließen. So haben viele Lieder nicht nur für die Toten Hosen einen persönlichen Bezug, sondern auch für viele ihrer Fans, die mit den Liedern Erinnerungen und Trost verbinden. 

Sebastian schenkt euch mit seiner Perspektive ein Inspiration, wie ihr eure Geschichte mit den Hosen einordnen könnt.

Und vielleicht merkt ihr dann: Sich erinnern, nicht vergessen, aber anders auf Dinge blicken – das kann dir ein Rückblick schenken.  Dabei kannst du dir eingestehen, dass es vollkommen ok ist, wenn du Begebenheiten nach Jahren anders bewertet. Dass Veränderungen gut sind - gerade wenn es schmerzvolle Erinnerungen sind. “Was früher einmal war” ist kein getragenes Lied, keines, das hilft, Verlust und Schmerz zu verarbeiten. Dafür gibt es andere Lieder. “Was früher einmal war” ist später. Das ist, wenn man mit Abstand auf Dinge blickt, und betrachtet, wo man her- und wo man hingekommen ist und man manche Dinge, die im Moment groß erschienen, im Nachhinein nicht überbewertet. Dass es hilfreich sein kann, loszulassen.

Foto sl_mg

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10 Minuten
Mama Brings hat Recht

Loß dir nix jefalle, du weiß woher du küss

Wenn se froge, sach us Kölle un halt niemols ding Schnüss

Helf denne, die et bruche un ston vör andre in

Denn dann kannste sage, ich bin stolz kölsch ze sin

Das passt auch mitten im Jahr, ganz ohne Session und so weiter zum Karnevalsmotto 2027 nämlich: „Morje es wat do drus mähs“  

Damit ich eine Idee habe – was ich so machen kann, dazu brauche ich ein Glaubensbekenntnis und Sophie van Rheinlanden hat da eins für euch und ich finde wer das mitsprechen kann, der darf auch sagen „Ich bin stolz kölsch ze sin“ – denn das hat dann mehr mit meinem Herz zu tun als mit dem Geburtsort oder dem Dialekt den ich spreche.

Hier mal ein kleiner Ausschnitt aus dem Glaubensbekenntnis, ihr könnt das im Podcast in Gedanke 1 ganz hören.

…Ich glaube, dass wahre Stärke darin liegt sich für andere stark zu machen - vor allem für die, die es aus eigener Kraft nicht können

Ich glaube an die unstillbare Neugier und den Mut zu Veränderungen.

Ich glaube an Konfettiregen und an den Zauber von Musik.

Ich glaube, dass gemeinsames Lachen uns selbst durch die dunkelsten Stunden trägt.

Mama Brings erinnert uns daran – Leute es gibt keine Ausreden, es ist eigentlich ganz einfach – die Rettung der Welt beginnt bei dir vor der Haustür mit: „Helf denne, die et bruche un ston vör andre in“

In Gedanke 3 könnt ihr von Stephan Brings hören, wie das damals so gewesen ist, als man noch in Domestos getränkte Jeans getragen hatte.

Foto Borries

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Schenk einem Song mehrere Verabredungen mit Dir in einer Woche. Es gibt so viele Songs die Kraft schenken, die Hoffnung wachsen lassen oder die etwas Kaputtes reparieren. Dafür muss ich den Songs Zeit und Aufmerksamkeit schenken. Hier gibt es jede Woche einen Song und drei Gedanken dazu. ___ 7 Tage 1 Song auf Facebook: facebook.com/7tage1song 7 Tage 1 Song auf Instagram https://www.instagram.com/7tage1song/ https://7tage1song.de Playlist mit allen Songs auf Spotify:https://open.spotify.com/user/christophborries/playlist/0M5tOXTC0lM8RVycUBQnjy?si=iV2BpbM-Riqkxh3BZjuKTw
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