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Beschreibung
vor 2 Tagen
Julia und Stephan ziehen einen roten Faden durch drei
Geschichten, die alle dieselbe Frage stellen: Wer sitzt am Tisch,
wenn wirklich entschieden wird?
Die Chefin der Wirtschaftsweisen sagt diese Woche im SPIEGEL: Wir
leben von der Substanz. Brücken, Schienen, Schulen,
jahrzehntelang auf Verschleiß gefahren. Wachstum kommt nur durch
Investitionen. Mehrarbeit und Rentenkürzung lösen das nicht.
Dann VivaTech: L'Oréal, mit 44 Milliarden Euro Umsatz der größte
Beauty-Konzern der Welt, macht gemeinsame Sache mit OpenAI und
baut ChatGPT zum Schaufenster um. Produkte, Werbung, virtuelles
Make-up, ein eigenes Hautforschungs-Modell.
Und Jens Spahn, Fraktionschef der Kanzlerpartei, war fünfmal Gast
in Peter Thiels geheimem Netzwerk „Dialog". Rausgekommen nur
durch ein Datenleck.
Key Takeaways
„Wir leben von der Substanz" ist keine Stimmung mehr, sondern
eine amtliche Zahl: 2025 baut Deutschland erstmals seit der
Wiedervereinigung netto Kapital ab. Nettoinvestitionsquote minus
0,23 Prozent, in den 90ern über 7. Wir verbrauchen Brücken,
Schulen und Maschinen schneller, als wir neue bauen.
Selbst das 500-Milliarden-Sondervermögen vom März dreht das
nicht über Nacht. 20 Jahre Verschleiß baut kein Haushaltsjahr
zurück.
Auch die Privatwirtschaft bröckelt: 23.900 Firmenpleiten
2025, höchster Stand seit über zehn Jahren. Fast 285.000 Jobs
hingen daran.
Die Kaufkraft steht still. 2022 brachen die Reallöhne um 3,1
Prozent ein, der stärkste Absturz seit Beginn der Statistik. Erst
jetzt sind wir wieder auf dem Niveau von 2019. Die Chef-Gehälter
dagegen: weltweit plus 54 Prozent real seit 2019, im Schnitt von
5,5 auf 8,4 Millionen Dollar.
Die Kommunen fahren 2025 mit 31,9 Milliarden Euro das höchste
Defizit seit der Wiedervereinigung ein. Schwimmbad zu, Bus weg,
Schule bröckelt. Der Investitionsstau steht bei 231,2 Milliarden,
größter Brocken sind die Schulen mit fast 68 Milliarden.
Gleichzeitig behält die Gastronomie ihren
Mehrwertsteuer-Rabatt von 3,4 Milliarden im Jahr, den die
Wirtschaftsweise selbst „überflüssig" nennt. Profitieren tun
McDonald's und Burger King, nicht der Landgasthof. Rund 80
Prozent bleiben als Marge im Betrieb.
L'Oréal schiebt über OpenAI Produkte, einen globalen
Werbe-Piloten (SkinCeuticals, CeraVe, Garnier), virtuelles
Make-up via ModiFace und ein Hautforschungs-Modell direkt in
ChatGPT.
Das „Elf-Minuten-Paradox" der L'Oréal-Digitalchefin: Der Kauf
wird nicht schneller, sondern langsamer. Du redest mit einer
Maschine, glaubst zu recherchieren und wirst beraten. Von
jemandem, der dafür bezahlt hat, dabei zu sein.
Werbung hat jedes Medium gefressen: Zeitung, Blogs,
Influencer. Jetzt ChatGPT. Nur steht diesmal „Im Sinne deiner
Hautgesundheit" drüber statt „Anzeige". Kostenlos ist nie
kostenlos. Dein Vertrauen ist das Produkt.
Jens Spahn war fünfmal in Peter Thiels geheimem Netzwerk
„Dialog" (2018 bis 2024), öffentlich nur durch ein Datenleck.
Sein Sprecher bestätigt die Teilnahmen und sagt im selben
Atemzug, den Namen des Clubs kenne er nicht.
Das Problem ist nicht das Treffen. Das Problem ist die
Intransparenz. Bei einer AfD um 29 Prozent, jedem Zweiten, der
der Demokratie misstraut, und nur jedem Zehnten, der den Parteien
vertraut, ist ein Geheim-Dinner Brandbeschleuniger.
Kapitel
00:00 Ein heißer Empfang
10:34 Familienbande und Generationen
11:18 Investitionen für die Zukunft
25:04 Wohlstand durch Investitionen
25:06 Die Marke Deutschland im Wandel
28:49 KI und Konsum: L'Oreal und OpenAI
43:52 Politische Glaubwürdigkeit und Transparenz
50:46 Einflussnahme und Verantwortung in der Politik
53:48 Vertrauen in die Politik und die Rolle der Medien
55:07 Markenstrategien und die FIFA
01:00:48 Gewinner und Verlierer der Woche
01:01:48 Kulturelle Sensibilität und Markenfehler
01:05:56 Politische Peinlichkeiten und öffentliche Wahrnehmung
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