Beschreibung
vor 2 Tagen
Die Beziehung zwischen Diabetes und Zahngesundheit ist
tiefgreifender, als viele vermuten. In dieser Episode erklären
Prof. Andreas Pfützner und Prof. Dirk Ziebolz mit Moderator Günter
Nuber, warum Parodontitis in modernen Diabetesleitlinien so
prominent auftaucht und wie die chronische Systemische Entzündung
beide Erkrankungen miteinander verbindet. Prof. Pfützner erläutert
die pathophysiologischen Grundlagen: Wenn die Bauchspeicheldrüse
Fettgewebe bildet, entsteht eine chronisch-systemische Entzündung.
Dies schafft die Voraussetzung für Diabetes. Gleichzeitig wird bei
erhöhten Blutzuckerwerten der Mund zum idealen Nährboden für
krankheitsauslösende Bakterien. Die Parodontitis zerstört dann die
schützende Immunbarriere im Mund – das Saumepithel – wodurch Keime
dauerhaft in den Kreislauf gelangen können. Jeder dieser Keime löst
eine Gegenreaktion aus, die die Insulinwirkung blockiert und die
Diabeteskontrolle massiv erschwert. Die Episode beleuchtet auch das
diagnostische Dilemma: Während Diabetes über Blutzuckerwerte
definiert wird, wird Parodontitis anhand bereits vorhandener
anatomischer Schäden charakterisiert. Beide Erkrankungen können in
Frühstadien vorliegen, ohne dass konventionelle Diagnostik sie
erfasst. Profs. Ziebolz erklärt, dass Parodontitis nicht nur eine
isolierte Munderkrankung ist, sondern eine
systemisch-inflammatorische Erkrankung wie Diabetes selbst. Ein
zentrales Ergebnis: Das Komplement aus Diabetes und Parodontitis
erhöht die Sterblichkeit durch kardiovaskuläre Ereignisse und
chronische Nierenerkrankungen dramatisch – tödlicher als die
Erkrankungen einzeln. Eine konsequente zahnärztliche Behandlung
kann den HbA1c-Wert in einem Ausmaß senken, das sonst nur durch
zusätzliche Diabetesmedikamente erreicht wird. Die Gesprächspartner
plädieren leidenschaftlich für eine echte interdisziplinäre
Zusammenarbeit und bessere diagnostische Strategien – nicht erst,
wenn beide Erkrankungen manifest sind, sondern in Frühstadien.
https://bit.ly/3Yg5vOg
tiefgreifender, als viele vermuten. In dieser Episode erklären
Prof. Andreas Pfützner und Prof. Dirk Ziebolz mit Moderator Günter
Nuber, warum Parodontitis in modernen Diabetesleitlinien so
prominent auftaucht und wie die chronische Systemische Entzündung
beide Erkrankungen miteinander verbindet. Prof. Pfützner erläutert
die pathophysiologischen Grundlagen: Wenn die Bauchspeicheldrüse
Fettgewebe bildet, entsteht eine chronisch-systemische Entzündung.
Dies schafft die Voraussetzung für Diabetes. Gleichzeitig wird bei
erhöhten Blutzuckerwerten der Mund zum idealen Nährboden für
krankheitsauslösende Bakterien. Die Parodontitis zerstört dann die
schützende Immunbarriere im Mund – das Saumepithel – wodurch Keime
dauerhaft in den Kreislauf gelangen können. Jeder dieser Keime löst
eine Gegenreaktion aus, die die Insulinwirkung blockiert und die
Diabeteskontrolle massiv erschwert. Die Episode beleuchtet auch das
diagnostische Dilemma: Während Diabetes über Blutzuckerwerte
definiert wird, wird Parodontitis anhand bereits vorhandener
anatomischer Schäden charakterisiert. Beide Erkrankungen können in
Frühstadien vorliegen, ohne dass konventionelle Diagnostik sie
erfasst. Profs. Ziebolz erklärt, dass Parodontitis nicht nur eine
isolierte Munderkrankung ist, sondern eine
systemisch-inflammatorische Erkrankung wie Diabetes selbst. Ein
zentrales Ergebnis: Das Komplement aus Diabetes und Parodontitis
erhöht die Sterblichkeit durch kardiovaskuläre Ereignisse und
chronische Nierenerkrankungen dramatisch – tödlicher als die
Erkrankungen einzeln. Eine konsequente zahnärztliche Behandlung
kann den HbA1c-Wert in einem Ausmaß senken, das sonst nur durch
zusätzliche Diabetesmedikamente erreicht wird. Die Gesprächspartner
plädieren leidenschaftlich für eine echte interdisziplinäre
Zusammenarbeit und bessere diagnostische Strategien – nicht erst,
wenn beide Erkrankungen manifest sind, sondern in Frühstadien.
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