Ute Kolewe - Was betrübst du dich, meine Seele ...?

Ute Kolewe - Was betrübst du dich, meine Seele ...?

vor 1 Woche
Die Lektion stellt den Stuttgarter Psalter vor und erläutert Psalm 42 als Klagepsalm. Im Bild werden die Spannung zwischen Lob und Trauer sowie Zeichen für Gottes Nähe, Heilung und Hoffnung hervorgehoben.
23 Minuten
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Beschreibung

vor 1 Woche

Was betrübst du dich, meine Seele ...?
 
In dieser Lektion wird der Stuttgarter Psalter vorgestellt, eine
Vulgata-Fassung aus dem 8. oder 9. Jahrhundert, die seit über 200
Jahren in der Württembergischen Landesbibliothek in Stuttgart
aufbewahrt wird. Er enthält alle 150 Psalmen sowie 316
Illustrationen, die die Texte deuten und erklären.
Im Mittelpunkt steht ein Bild zu Psalm 42. Dargestellt ist ein
Sänger mit Instrument, der zunächst an Lob und Dank erinnert. Bei
genauerem Hinsehen wirkt er jedoch nachdenklich und traurig. Die
rechte Bildseite zeigt seine innere Verfassung als Person namens
„Anima“, die mit gesenktem Kopf auf einem Berg sitzt.
Die Sprecherin erklärt Psalm 42 als Klagepsalm und damit als
Gebetsform. Klage wird nicht als Selbstmitleid beschrieben,
sondern als ehrliches Aussprechen von Schmerz, Sehnsucht und
innerer Unruhe vor Gott. Dabei wird betont, dass die Psalmen
viele Klagepsalmen enthalten und dass Klage eine legitime Form
des Gebets ist.
Anhand mehrerer Psalmaussagen wird gezeigt, wie der Beter über
sich selbst, über Feinde und über Gott klagt. Feinde werden dabei
nicht nur als Personen verstanden, sondern auch als innere
Belastungen wie Angst, Selbstvorwürfe, Misstrauen oder
Gedankenkarussell. Die tiefste Klage richtet sich auf das Gefühl,
von Gott verlassen zu sein.
Gleichzeitig bleibt der Beter auf Gott bezogen. Er fragt nach
Gottes Nähe, fordert sich selbst auf, auf Gott zu harren, und
soll Ausschau nach Gott halten. Das Bild wird so gedeutet, dass
auf dem Berg Zeichen von Gottes Zuwendung stehen: Lilien als
Zeichen der Gnade und ein Baum des Lebens als Hinweis auf Heilung
und Zukunft bei Gott.
Abschließend wird betont, dass Gott auch dann da ist, wenn er
verborgen erscheint. Der Aufruf lautet, Klage und Vertrauen
zusammenzuhalten und im Alltag auf Gottes Spuren zu achten.

Das und mehr erzählt uns Ute Kolewe

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