#2: Was kann die Pharmaindustrie von einem Museumsbesuch lernen? [>] Maren Waffenschmid

#2: Was kann die Pharmaindustrie von einem Museumsbesuch lernen? [>] Maren Waffenschmid

vor 6 Jahren
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Podcast
Podcaster
In diesem Podcast dreht sich alles um Innovationen, Trends und echte Veränderungen, die unsere Gesundheitssysteme in Österreich, Deutschland sowie der Schweiz heute schon verändern bzw.

Beschreibung

vor 6 Jahren

Die Pharmaindustrie mag bei inhaltlicher Expertise über ihre
Produkte überragen, gutes Produkt-Marketing ergibt sich daraus
aber noch lange nicht. Da kann es helfen, sich bei anderen
Branchen umzuschauen: In dieser Folge sprechen René und Dominik
mit Expertin Maren Waffenschmid über Redaktionsprozesse und
Arbeitsweisen in der Museumspädagogik und welche Learnings man
daraus für kreative Content-Vermittlung ziehen kann. 


Auf den ersten Blick haben die Pharmaindustrie und Museen nicht
viel miteinander zu tun. Und auf den zweiten Blick eigentlich
auch nicht. Und genau dort liegt das Problem: Denn gerade da, wo
Museen begeistern, nämlich bei der anschaulichen Vermittlung von
oft komplexen Inhalten, liegen definitiv nicht die Stärken der
Pharma-Branche. Das ist schade, denn an inhaltlicher Expertise
mangelt es nicht. Eine kreative Marketing-Perspektive muss sich
also bemühen, eine Zielgruppe klar zu definieren und eine gute
Ansprache zu schaffen. Da ist es naheliegend, auf Erfahrungen aus
der Museumspädagogik zu schauen, deren Kernbusiness die
bestmögliche Inhaltsvermittlung ist. Denn denkt man in der
Content-Kategorie, gelingt ein Vergleich auch auf den ersten
Blick:


 – Zielgruppendefinition: Ein Museum steht
für alle offen, seien es KunstexpertInnen oder Menschen, die sich
auf ihrem Sonntagsspaziergang nur verirrt haben. Texttafeln und
Hintergrundinformationen müssen auf beide Gruppen zugeschnitten
sein. Parallel dazu braucht Healthcare-Marketing eine genaue
Definition des potentiellen Kundenstamms, sonst geschehen
Entscheidungen zu Komplexität und Darstellung von Inhalten im
luftleeren Raum. 


– Arbeitsteilung: Inhaltliche Vermittlung ist in
den meisten Fällen in einen Redaktionsprozess eingebettet. Sowohl
im musealen als auch im Pharma-Kontext gilt es dabei, die besten
Potentiale aller Beteiligten zu nutzen. 


– Spannende Ansprache: Warum muss eine
ÄrztInnen-Konferenz unbedingt eine trockene und langweilige
Veranstaltung sein? Jeder Mensch sucht immer nach Dingen, die ihn
neugierig, verträumt, gespannt und glücklich machen. Nur findet
er sie öfter in einem guten Museum als auf einer Konferenz oder
einem Erklärvideo von neuen Medikament-Rezepturen. Warum
eigentlich? 


– Gute Präsentation: Auf der Suche nach Studien
verlassen sich viele ÄrztInnen immer noch auf Wikipedia. Kein
Wunder, denn diese Inhalte stehen ohne viel Aufwand bereit und
werden dann noch ansprechend präsentiert. Für Infos über die
Malerei der Romantik würde sich hingegen keiner auf Wikipedia
verlassen. Denn an die Ausstellung mit guten
Hintergrundinformationen im Museum reicht die Online-Enzyklopädie
nicht heran. Medizinische Studien und Malerei sind nur dann nicht
vergleichbar, wenn man sich weigert, bei beiden die
Content-Perspektive zu sehen. 



Dominiks Motto: „Weg vom Produkt, hin zur Zielgruppe!” Eine
Message, die Museen längst verinnerlicht haben und deswegen jedes
Thema gut verkaufen können. Höchste Zeit für
Healthcare-Marketing, davon etwas zu lernen.



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