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Beschreibung
vor 6 Tagen
Du sitzt an einem schweren Holztisch in einem Berliner Atelier,
während das gelbe Licht einer Petroleumlampe lange Schatten auf
die rauen Steinplatten an der Wand wirft. In deiner Hand ruhst du
einen glatten Holzgriff aus dunklem Apfelbaumholz, der sich wie
von selbst in deine Handfläche schmiegt. Neben dir steht eine
Kanne aus dunklem Ton, aus der feiner Dampf aufsteigt, während
der Geruch von metallischer Lithografiefarbe und frischer Kreide
die kühle Abendluft erfüllt. Es ist dieser eine Moment der
absoluten Konzentration, in dem nur das leise Kratzen einer
Radiernadel auf Metall die Stille unterbricht und die Welt
draußen hinter den beschlagenen Fensterscheiben vollkommen
verblasst.
In dieser Reise begleitest du eine Frau, die das Schweigen der
Welt in Linien und Schatten verwandelt hat. Du erlebst ihre
Kindheit in den engen Gassen von Königsberg, den Duft von
Zichorienkaffee am Morgen und das beruhigende Knarren der alten
Dielen unter deinen Füßen. Wir folgen ihrem Weg durch die
Jahrzehnte bis in ein stilles Haus am Rande der sächsischen
Felder, wo das ferne Klappern der Störche den Rhythmus des Tages
vorgibt. Du hörst das rhythmische Quietschen der Druckerpresse
und spürst die Ruhe, die einkehrt, wenn ein langes Arbeitsleben
wie eine sorgfältig gesetzte Naht zu Ende geht.
Lass dich nun in die weichen Kissen sinken und spüre, wie die
Anspannung des Tages langsam von dir abfällt. Die schweren
Gedanken werden leicht wie der feine Kreidestaub, der im
Lichtstrahl tanzt, bevor er sich sanft auf den Boden legt.
Schließe deine Augen und lausche dem gleichmäßigen Ticken einer
alten Standuhr, die dir den Weg in einen tiefen, friedlichen
Schlaf weist. Alles ist getan, die Linien sind gezogen, und du
darfst dich jetzt ganz der wohligen Stille hingeben, die dich wie
ein wärmendes Tuch umhüllt.
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