#18: "Entweder ignorieren oder regulieren"
vor 3 Wochen
In meinem Podcast Cash or Crash habe ich heute Carmen Treml zu
Gast. Sie ist Analystin beim wirtschaftsliberalen Think Tank Agenda
Austria. Mit ihr spreche ich darüber, ob es zwischen Österreich und
Argentinien Parallelitäten gibt, wie attraktiv unser Lan
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Beschreibung
vor 3 Wochen
In meinem Podcast Cash or Crash habe ich heute Carmen Treml zu
Gast. Sie ist Analystin beim wirtschaftsliberalen Think Tank
Agenda Austria. Mit ihr spreche ich darüber, ob es zwischen
Österreich und Argentinien Parallelitäten gibt, wie attraktiv
unser Land als internationaler Standort ist und ob unser
Bildungssystem noch zeitgemäß ist.
Für Carmen Treml steht fest, dass der Kurs von Argentiniens
Präsident Javier Milei erfolgreich ist. Nicht zuletzt, weil er
die Inflation dramatisch gesenkt und notwendige Einsparungen im
staatlichen Verwaltungsbereich vorgenommen habe. Dies sei auch
ein Punkt, wo sich Österreich ein Beispiel nehmen könne.
Die von der österreichischen Regierung beschlossene Senkung der
Lohnnebenkosten für die Wirtschaft um einen Prozentpunkt ist für
Treml ein Schritt in die richtige Richtung. Ansonsten sieht Treml
die Arbeit der Regierung kritisch. „Es wurde extrem viel
versprochen. Eine Pensionsreform, eine Bildungsreform eine
Gesundheitsreform. Und passiert ist in Wahrheit sehr wenig.“ Die
Ursache dafür kann Treml nicht orten. „Es ist wirklich
fragwürdig, warum da einfach nichts weitergeht.“ Gerade in puncto
Pensionssystem sei es inzwischen allgemein bekannt, dass ein
höheres Antrittsalter nötig sei.
Eine aktuelle Studie des KSV, wonach jeder sechste Betrieb in
Österreich daran denkt, zumindest Teile der Produktion oder des
Geschäftes ins Ausland zu verlagern, sieht Treml als
„Alarmsignal“. Dazu passe auch, dass es in Österreich keine
großen internationalen Betriebsansiedlungen mehr geben würde so
wie etwa in Ost-Europa. Dafür sei Österreich einfach als Standort
zu un-attraktiv.
Hauptproblem sei die Bürokratie. Die ufere seit Jahren aus. Hier
sei es dringend notwendig, radikale Schritte zu setzen und
Doppelgleisigkeiten endlich abzubauen. Treml: „Also dieser
Föderalismus, so wie er jetzt gelebt wird, ist wirklich tödlich,
weil Sachen doppelt und dreifach gemacht werden, weil es Bereiche
gibt, wo sich keiner so wirklich zuständig fühlt.“
Gerade das Bildungssystem sei ein Beispiel dafür, dass der
Föderalismus den effizienten Einsatz der finanziellen Mittel eher
verhindern als fördern würde. Denn grundsätzlich sei das
Bildungssystem in Österreich gut, man bräuchte allerdings mehr
Transparenz, sagt Treml. Die Integration neuer Technolgien wie KI
in den Unterricht sei dringend erforderlich. Österreich sei hier
viel zu lange säumig gewesen. Österreich würde neue
technologische Entwicklungen "entweder ignorieren oder
regulieren". Die Debatte, ob Fächer wie Latein zu streichen
seien, sei die falsche, sagt Treml. Viel sinnvoller sei es, neue
Fächerkombinationen anzudenken.
Wolfgang Unterhuber ist ein leidenschaftlicher Journalist,
Medienmacher und Buchautor. Seit 30 Jahren ist er
Wirtschaftsjournalist - unter anderem bei WirtschaftsBlatt,
Regionalmedien Austria, Kurier. In seinem Podcast CashorCrash
will er zeigen, dass das Thema Wirtschaft nicht immer komplex
sein muss und uns alle angeht.
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