Folge 14: Meine Mutter hat mich angeschaut – und nicht gewusst, wer ich bin.

Folge 14: Meine Mutter hat mich angeschaut – und nicht gewusst, wer ich bin.

vor 2 Wochen
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Beschreibung

vor 2 Wochen

Es ist ein ganz gewöhnlicher Mittwoch. Thomas nimmt die Gerbera
aus dem Papier, so wie immer. Er kennt den Weg zum Zimmer
auswendig – links, dann rechts, dritte Tür. Er hat ihn hundertmal
gegangen. Er wird ihn hundertmal noch gehen.


Er setzt sich neben sie. Sie sieht ihn an. Freundlich. Ruhig. Und
fragt: "Sind Sie vom Pflegedienst?"


Eine Sekunde. Zwei. Er lächelt. Er sagt: "Nein, ich bin nur zu
Besuch." Und er hält ihre Hand. Und sie lässt es zu.


Im Auto danach weint er zum ersten Mal seit Jahren.


Nicht weil sie ihn nicht mehr kennt. Sondern weil sie seine Hand
nicht losgelassen hat. Weil er in diesem Moment gespürt hat: Da
ist noch etwas. Etwas, das keinen Namen braucht.


Dieser Moment – der Moment der Nichterkennung – ist einer der
schwersten, die Angehörige von Menschen mit Demenz erleben. Er
kommt meist nicht angekündigt. Er trifft in eine Stelle, auf die
man sich nicht vorbereiten kann, egal wie gut man es versucht.


In dieser Folge nehmen Christine und Bettina genau diesen Moment
unter die Lupe. Was passiert dabei im Gehirn – und warum ist es
keine Ablehnung, auch wenn es sich so anfühlt? Was macht dieser
Blick mit Angehörigen – und warum ziehen sich so viele danach
zurück, ohne zu wissen warum? Und was bleibt eigentlich – wenn
Name, Geschichte und Erinnerung nicht mehr abrufbar sind?


Die Antwort auf die letzte Frage hat Thomas im Auto gespürt.
Bevor er den Motor gestartet hat, hat er sich gedacht: Nächsten
Mittwoch komme ich wieder.


Weil sie seine Hand nicht losgelassen hat.


30 Minuten, die erklären – und gleichzeitig trösten.


Mehr zu diesem Thema findet ihr auch auf damalswieheute.com –
dort hat Christine einen Begleitartikel zur Folge geschrieben,
mit allem, was ihr zum Nachlesen, Nachdenken und Weitergeben
braucht.


Die Folge gibt es auch auf YouTube – schaut gerne vorbei,
abonniert den Kanal und lasst uns ein Kommentar da. Wir lesen
alles.


Und wenn ihr auf Instagram oder Facebook unterwegs seid – findet
uns unter @vergissdichnicht_demenz. Teilt die Folge, wenn ihr
jemanden kennt, der diesen Mittwoch gerade erlebt. Manchmal ist
Weiterschicken die größte Geste.


Danke, dass ihr zuhört. Bis gleich.



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