#47_Warten wir auf den Schicksalsschlag, bevor wir leben?

#47_Warten wir auf den Schicksalsschlag, bevor wir leben?

vor 4 Tagen
Mit Mitte 20 habe ich mir einen Unfall herbeigewünscht – damit ich endlich eine Pause bekomme, die nicht als Versagen gilt. In dieser Folge erzähle ich, was ich daraus über Lebensfreude als Leitstern und Innehalten gelernt habe – und wie du im Alltag chec
17 Minuten
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Beschreibung

vor 4 Tagen

Mitte 20. Neuseeland. Leben am Meer. Von außen alles perfekt.


Und ich habe mir täglich vorgestellt, ob es möglich wäre, kurz
vor dem Linienbus den Fuß auf die Straße zu setzen - ein
gebrochenes Bein, ein paar Quetschungen - genug für ein paar
Wochen Krankenhaus. Genug für eine Pause - eine Pause, die nicht
als Versagen gilt.


Ich weiß, das klingt verrückt. Aber ich weiß auch - ich bin nicht
allein.


Ich erlebe Menschen, die erst mit Lähmungserscheinungen
aufwachen, bevor sie sich eingestehen: Ich habe ein Burnout. Ich
erlebe Menschen, bei denen die Krebsdiagnose zum Reset führt. Ich
lese Bücher wie "Open" von Andrew Agassi, in dem er schreibt,
dass er Tennis gehasst hat – und trotzdem einen Grand Slam nach
dem anderen gewonnen hat, weil er den Traum seines Vaters gelebt
hat.


Wir scheinen fast darauf zu warten - auf den Schicksalsschlag -
bevor wir in Bewegung kommen. Bevor wir unser Leben umkrempeln,
weil wir spüren: Das ist nicht mehr mein Leben.


In dieser Folge erzähle ich von meinem Weg. Von Neuseeland über
Wien zurück nach Vorarlberg. Von unzähligen Jobs in völlig
unterschiedlichen Branchen – Wirtschaft, Journalismus,
Sozialwirtschaft. Ich dachte lange: Mit mir stimmt etwas nicht.
Warum finde ich nicht diesen einen perfekten Job, diese eine
Berufung?


Heute sehe ich das anders. Ich habe intuitiv etwas richtig
gemacht - ich bin immer der Lebensfreude gefolgt. Wenn etwas
nicht mehr gepasst hat, bin ich weitergezogen. Manchmal im
wörtlichen Sinne. Manchmal durch Jobwechsel.


Lebensfreude ist mein Leitstern. Und sobald die Lebensfreude zu
gering wird, richte ich meinen Kurs neu aus.


Aber dafür braucht es etwas, das die meisten nicht tun:
Innehalten, Pausen, Stille.


Wir halten uns lieber beschäftigt - Jobs, Kinder, Haushalt,
Hobbys, Ehrenamt. Und jede Minute Stille füllen wir mit dem
Smartphone. Weil wir Angst haben vor den Fragen, die hochkommen
könnten: Ist es das gewesen? Mache ich wirklich das, was ich
möchte?


Aber genau diese Fragen brauchen wir. Und die Stille, um die
Antworten kommen zu lassen.


In dieser Folge teile ich, wie ich im Alltag immer wieder checke,
ob ich auf Kurs bin. Meine erste Stunde des Tages gehört absolut
mir. Yoga, Meditation, Journaling. Nicht immer derselbe Ablauf,
aber die Stunde ist fix. Selbst meine Kinder wissen das
inzwischen.


Für dich kann es mit zehn Minuten starten. Aber es muss ein
unumstößlicher Termin sein. Sonst passiert es nicht.


Und dann: Komm in die Stille. Lass kommen, was kommt. Deine
innere Stimme weiß, ob du auf Kurs bist.


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