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In dieser Folge spreche ich mit Ibrahim Mpiima,
Klimagerechtigkeitsaktivist aus Uganda und Teil des XR
Justice Movement Uganda. Ibrahims Engagement entspringt
keiner abstrakten Inspiration, sondern persönlicher Verzweiflung:
Seine Großmutter wurde im Zuge des EACOP-Projekts (East African
Crude Oil Pipeline) von ihrem Land in Hoima vertrieben, nie
angemessen entschädigt – und starb zwei Wochen nach ihrer Ankunft
in Kampala. Schweigen, sagt er, wäre Verrat an ihr und an
künftigen Generationen.

Was Extraktivismus konkret bedeutet: Ibrahim
macht greifbar, was in Europa oft nur theoretisch bekannt ist.
Die EACOP-Pipeline wird zu 62 % von TotalEnergies (Frankreich)
finanziert, Uganda und Tansania halten je 15 %, CNOOC (China) 8
%. Die Lasten tragen lokale Gemeinschaften: Über 50 Flüsse sind
verschmutzt, Wälder gerodet, Wildtiere vertrieben, Menschen ohne
Zustimmung umgesiedelt, die Pipeline wird von einer Armee
bewacht, die Anwohner einschüchtert. Profite fließen ab, Schäden
bleiben.

Wie Bewegung entsteht: Ibrahim beschreibt
eindrucksvoll, wie er mit Bauern, Studierenden,
Marktverkäuferinnen, Vertriebenen und politisch Verfolgten
Vertrauen aufbaut. Sein Kernsatz: Viele Bewegungen scheitern,
weil sie mit Ideologie beginnen statt mit Beziehungen. Echte
Kohärenz entsteht durch Zuhören, durch einfache Fragen („Was
schmerzt in eurer Gemeinschaft? Was fürchtet ihr zu verlieren?"),
durch gemeinsames Handeln im Kleinen – Aufräumaktionen,
Gespräche, geteilte Mahlzeiten – und durch emotionale
Ehrlichkeit, die Verletzlichkeit zulässt, ohne in
Hoffnungslosigkeit zu verfallen.

Eine Beobachtung über uns: Auf seine Zeit in den
Niederlanden zurückblickend wundert sich Ibrahim, wie roboterhaft
Menschen aneinander vorbeigingen. In Uganda sei der Mensch noch
ein Gemeinschaftskind. Wer in entkoppelten Kulturen etwas
Ähnliches aufbauen will, dem rät er: klein und lokal anfangen,
zuhören vor dem Führen, keine fertigen Antworten mitbringen,
Strukturen aus Beziehungen wachsen lassen, Führung verteilen –
und sich auf Repression vorbereiten.

Die unsichtbare Wahrheit: Menschen sind
anpassungsfähig – im Guten wie im Schlechten. Wer Schweigen übt,
wird schweigsam; wer Mut übt, dem wird Mut normal. Und tiefer
noch: Menschen wollen nicht nur überleben, sie wollen Würde,
Zugehörigkeit, Sinn. Genau hier liegt nach Ibrahim die Kraft
jeder ernsthaften Bewegung.

Ein Gespräch über Trauer, Mut und die politische Kraft echter
Beziehungen – und ein Aufruf, das extraktive Paradigma zu
durchbrechen, bevor es die Lebensgrundlagen aller zerstört.

Links zur Bewegung – XR Justice Movement Uganda:

Website: https://www.xrjusticemovementug.com/

X (Twitter): https://x.com/justiceug256

Instagram: https://www.instagram.com/justiceug256

Ibrahim Mpiima persönlich:

X (Twitter): https://x.com/ebrahym68

Instagram: https://www.instagram.com/mpiima_ibrah

LinkedIn:
https://www.linkedin.com/in/mpiima-ibrahim-6a57303a1

Bluesky: https://bsky.app/profile/ebrahym.bsky.social

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„Mpiima Ibrahim“

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