#120 Guido Buchwald

#120 Guido Buchwald

vor 2 Wochen
Because Lothar Matthäus had a job to do in London
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Der erste Eistee für die Ohren

Beschreibung

vor 2 Wochen
Es ist das Jahr 1995. Zwei Grundschüler sitzen in der Pause über
ihren Panini-Alben. Überall fliegen Sticker durch die Luft, Kinder
tauschen hektisch Bundesliga-Spieler gegen Bundesliga-Spieler. Mal
ein Basler gegen einen Möller. Mal drei Ersatzkeeper gegen einen
Star. Und mittendrin: Der kleine C-Bas. Schon damals offenbar mit
einem erschreckenden Gespür für Deals. Denn während andere Kinder
einfach tauschten, spielte sich auf einem deutschen Schulhof ein
Geschäft ab, das ein Mann bis heute nicht verarbeitet hat. Dem
heute 40-jährigen Sammler Thomas K. fehlten damals fast alle
Sticker. Sein Album war leer, chaotisch, hoffnungslos. Aber einen
Sticker hatte er. GUIDO BUCHWALD. Der Weltmeister von 1990. Der
Mann, der Maradona ausschaltete. Genau dieser Sticker fehlte
ausgerechnet C-Bas noch zur Vollständigkeit. Und C-Bas wollte ihn
um jeden Preis. Augenzeugen berichten heute von einem
„psychologisch perfekten Angriff“. C-Bas soll dem Jungen einen
riesigen Stapel glänzender Doppelter gezeigt haben. Hunderte
Sticker. Vielleicht 500. Vielleicht mehr. Ganze Berge aus
Bundesliga-Spielern. Für ein Grundschulkind damals praktisch
unermesslicher Reichtum. Doch es gab eine Bedingung. Thomas durfte
den Sticker nicht einfach tauschen. Er sollte ihn aus seinem
eigenen Album herausreißen. „Das war wie ein Pakt mit dem Teufel“,
erinnert sich ein ehemaliger Mitschüler heute. „C-Bas wusste ganz
genau, was er tat.“ Und Thomas tat es. Mit zittrigen Händen soll er
den Guido-Buchwald-Sticker langsam aus dem Heft gelöst haben. Das
Geräusch des reißenden Klebers verfolgen ihn laut Freunden bis
heute. C-Bas hingegen grinste nur, klebte den Sticker ein – und
hatte damit sein Album komplett. Während Thomas mit einem Haufen
wertloser Doppelter zurückblieb. Doch die wahre Tragödie begann
erst Jahrzehnte später. Denn fast 30 Jahre lang dachte Thomas, das
sei einfach ein normaler Kindheitstausch gewesen. Eine harmlose
Schulhofgeschichte. Bis zu jenem Abend im Frühjahr 2026. Er sitzt
laut Freunden zuhause auf der Couch, schaut zufällig ein
Retro-Sammler-Video über seltene Panini-Sticker der 90er – und hört
plötzlich einen Satz, der ihm das Blut in den Adern gefrieren
lässt: „Originale Guido-Buchwald-Sticker aus dem 95er-Album in
perfektem Zustand erzielen heute unter Sammlern teilweise
siebenstellige Summen.“ Thomas wird blass. Er rechnet nach. Er
denkt zurück. Und plötzlich begreift er alles. Die Doppelten. Die
Manipulation. Der Druck. Das Grinsen. „In dem Moment ist ihm klar
geworden, dass er damals komplett auseinandergenommen wurde“, sagt
ein Bekannter. „Wie ein ahnungsloser Kleinanleger von einem
skrupellosen Hedgefonds-Manager.“ Besonders bitter: Viele der
Sticker, die Thomas damals bekam, sollen kurz darauf verloren
gegangen sein. Einige landeten angeblich im Regen. Andere wurden
zerknickt. Einer klebte wohl jahrelang an einem Schulranzen. Der
Buchwald-Sticker hingegen existiert offenbar bis heute. Perfekt
erhalten. Im Besitz von C-Bas. Und der geht mit der Geschichte laut
Freunden inzwischen erschreckend locker um. Bei privaten Treffen
soll er die Story lachend erzählen. Angeblich habe er einmal
gesagt: „Das war mein erster großer Business-Move.“ Für Thomas ein
Schlag ins Gesicht. Heute soll er jedes Mal zusammenzucken, wenn
irgendwo der Name Guido Buchwald fällt. Freunde berichten sogar,
dass er nie wieder ernsthaft Panini-Sticker gesammelt habe. „Er
sagt, seit diesem Tag habe er nie wieder einem anderen Menschen
vertrauen können."

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