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vor 2 Wochen
Als im März ein Buckelwal in der Ostsee strandete, passierte
etwas Seltsames: Auf TikTok und Instagram entstanden dutzende
sentimentaler Balladen über den Wal — trauriges Klavier,
anschwellende Dynamik, tausende Likes. Alle Songs hatten eine
Gemeinsamkeit: Keiner davon war echt. Alle KI-generiert.
Suno, die größte Plattform für KI-Musik, generiert 7 Millionen
Songs pro Tag. Jeder fünfte Song auf Spotify ist mittlerweile
KI-generiert. Bei Deezer fast die Hälfte aller Uploads.
KI-Künstler wie Breaking Rust schaffen es auf Platz 1 der
Billboard-Charts — mit Millionen Streams von echten Hörern.
Wir schauen uns an, wie das technisch funktioniert: von Mozarts
Würfelspiel über Markov-Modelle und neuronale Netze bis zum
Transformer — und an welchen drei Hürden KI-Musik bis heute
scheitert. Warum Suno clevere Umwege gefunden hat, aber das
Grundproblem nicht gelöst ist. Warum 97 Prozent der Hörer in
einer Studie KI-Musik nicht von menschlicher unterscheiden
konnten — und warum sie trotzdem schlechter bewertet wird, sobald
man weiß, dass eine KI dahintersteckt.
Dann die Wende: Was, wenn die Frage gar nicht ist, ob KI-Musik so
gut wird wie menschliche — sondern ob es uns irgendwann egal ist?
Was, wenn der Kontext, der Musik zur Kunst macht, verschwimmt,
entfällt — oder selbst KI-generiert wird?
Am Ende stehen wir wieder bei Timmy dem Wal. Und bei einer
unbequemen Antwort.
Kontakt zu Paul Schmidt: Auf Instagram paulexplainsai oder unter
www.one48.de
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