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Beschreibung
vor 1 Monat
Danielle Spera meine Ehefrau, langjährige ORF-Anchorfrau,
Ex-Direktorin des Jüdischen Museums Wien. Wir reden Klartext:
über den 7. Oktober, über die Pro-Hamas-Demonstrationen, die wir
am selben Abend mit eigenen Augen in der Wiener Innenstadt erlebt
haben, über die Reduktion österreichischer Erinnerungskultur auf
eine Formel, die Danielle so auf den Punkt bringt: „Nur tote
Juden sind gute Juden."
Wir sprechen darüber, warum der Vorwurf, Israel sei ein
„Apartheidstaat", für sie nicht zu begreifen ist — und warum sie
trotzdem dafür plädiert, dass junge Menschen das Land selbst
sehen. Über die Frage, warum jüdische Studierende heute an
westlichen Universitäten nicht mehr in Hörsäle gelassen werden.
Und warum ich in London die Kippa abnehmen sollte, bevor ich das
Hotel verlassen habe.
Aber dieses Gespräch ist mehr als Israel-Politik. Es ist auch ein
sehr persönliches Gespräch nach 32 Ehejahren — über ein
kommunistisches Elternhaus, das auf eine Mutter aus Lemberg traf,
deren Eltern von den Sowjets nach Sibirien deportiert wurden.
Über drei Kinder, eine Karriere, die Vereinbarkeit von Beruf und
Familie, und die Frage, was eine Ehe drei Jahrzehnte lang trägt.
Wir sprechen außerdem über Franz Vranitzkys historische Rede 1993
(Danielle war als ORF-Berichterstatterin dabei), über die
Staatsbürgerschaft, die wir in den letzten Jahren rund 35.000
Nachkommen vertriebener Jüdinnen und Juden zurückgegeben haben,
über Polen — und meinen Versuch, einem polnischen Minister ins
Gesicht zu sagen, dass sein Land sich an Österreich ein Beispiel
nehmen könnte.
Wenn dich interessiert, wie Politik, Geschichte und ein
Leben zusammenpassen — bleib drin. Wenn dich interessiert, wo der
Kompromiss aufhört und die Klarheit anfängt — erst
recht.
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