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Episoden

52 Minuten
Sieben versuchte Terroranschläge seit dem 7. Oktober. Einer kam durch. Nicolas Stockhammer über Österreichs Sicherheitslage.

Terrorwarnstufe vier von fünf, Sicherheitslage sieben bis acht von zehn – und der Nachsatz: „Wenn man das zurückfährt, ist vorbei." Martin Engelberg spricht mit dem Politikwissenschaftler Nicolas Stockhammer über das geplante Verbot des politischen Islam, über Verfassungsjuristen, die aus seiner Sicht die Bandbreite des Problems nicht erfassen, und über eine These, die beide politischen Lager irritiert: Die Identitären seien im rechtsextremen Spektrum das, was die Muslimbruderschaft im Islamismus ist. Es geht um Migration und Integration, um den Kampf der Narrative nach dem 7. Oktober, um Katars Geld an US-Universitäten – und um die Frage, warum eine kluge Politik der Mitte den Rechtsparteien das Wasser abgraben könnte, es aber nicht tut.

Kapitel:

00:00 — Kaltstart: Terrorziel Österreich, Geheimbund Muslimbruderschaft

00:40 — Begrüßung: Nicolas Stockhammer

00:44 — Sicherheitslage Österreich: 7 bis 8 von 10 – und was daran hängt

03:13 — Internationale Dienste, Messengerüberwachung, Fußfessel für Gefährder

07:02 — Low-Level-Terror: Plattformen, Einzeltäter, und was trotzdem bleibt

08:54 — 7. Oktober: Warum auch der beste Nachrichtendienst überrascht wird

11:24 — Drohnenschwärme als kommendes Szenario

12:02 — 2015, Migration und Integration: Was die Forschung hergibt

17:36 — Wo endet konservativer Islam, wo beginnt Islamismus?

21:09 — Verbot des politischen Islam: sinnvoll, möglich, verteidigbar?

23:09 — „Verfassungsjuristen erfassen die Bandbreite des Problems nicht"

26:53 — Islamogauchismus: extreme Linke und Islamismus

28:07 — Der 7. Oktober und der Kampf der Narrative

31:08 — Katars Milliarden, Campus-Proteste, Medien-Bias

35:13 — Islamisierung Europas: Demografie, Bezirke, Schulklassen

39:06 — Rechtsruck in Europa, Postdemokratie und die Krise der Mitte

42:20 — Kurz gegen Strache: als Charisma die Wahl entschied

43:11 — Ist der Rechtsextremismus die größte Gefahr? Die Antwort: „Jein"

46:44 — Warum Rechtsextreme leichter zu detektieren sind als Islamisten

49:14 — Schnellfragerunde: richtig, falsch oder kompliziert

50:33 — Optimistisch, aber unter einer Bedingung

Über den Gast:

Nicolas Stockhammer ist Politikwissenschaftler mit Schwerpunkt Extremismus- und Terrorismusforschung. Er leitet seit 2021 den Forschungsbereich zu Counter-Terrorism, Countering Violent Extremism und Intelligence an der Universität für Weiterbildung Krems. Er studierte in Wien und promovierte an der Universität Wien und der Humboldt-Universität zu Berlin; Forschungsaufenthalte führten ihn unter anderem nach Stanford, Tel Aviv und Berlin.

Über Martin Engelberg:

Martin Engelberg ist Psychoanalytiker und ehemaliger ÖVP-Nationalratsabgeordneter.

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9 Minuten
Zwei Themen, eine Woche: Die SPÖ zerlegt sich, und Herbert Kickl sagt in Straßburg Sätze, die man von einem FPÖ-Obmann noch nie gehört hat.

Andreas Babler hat sein Regierungsteam kurzfristig zusammengerufen. Die Spekulationen liefen sofort auf Rücktritt oder Übergabe an Finanzminister Markus Marterbauer hinaus — herausgekommen ist wenig. Martin Engelberg hält die Kommunikation für misslungen und den Parteichef für angeschlagen. Seine Prognose ist allerdings eine andere als die naheliegende: Es folgt keine Annäherung, sondern Verhärtung. Beide Großparteien werden ihre Positionen schärfer vertreten, weil weiche Kompromisse in der Bevölkerung ohnehin nicht wertgeschätzt werden. Sein historischer Referenzpunkt: die Jahre vor 2017, als sich Faymann und Mitterlehner gegenseitig blockierten, bis beide Parteien ihre Spitzen austauschten. 

Das zweite Thema hat in Österreich kaum Beachtung gefunden: Kickls Rede bei einer Konferenz zum Antisemitismus in Europa im Straßburger Parlament. Engelberg — Psychoanalytiker, ehemaliger ÖVP-Nationalratsabgeordneter — nimmt sie ernst, begrüßt sie ausdrücklich und blendet die Vorgeschichte der FPÖ dabei nicht aus. 

KAPITEL 

00:00 — „Ein Massaker": der Satz vorweg 

00:07 — Rückblick auf die Woche: Bablers dringliche Sitzung 

00:43 — Misslungene Kommunikation — und was dahintersteckt 

01:12 — Gstöttner schlägt Pflöcke ein, Babler gerät unter Druck 

01:58 — Die Prognose: Verhärtung statt Kompromiss 

02:29 — Der Vergleich mit Faymann/Mitterlehner und dem Stillstand vor 2017 

03:23 — Kickls Rede in Straßburg: die vier zentralen Punkte 

05:07 — Die Reaktionen, auch aus Israel 

05:38 — Engelbergs Einordnung: erster Schritt, aber mit Vorgeschichte 

07:14 — Fini, Le Pen und das rechte Spektrum Europas 

07:47 — Ankündigung: „Engelberg & …" mit Nicolas Stockhammer

Am Sonntag im Kanal: „Engelberg &…“ - Zu Gast ist der Terrorismusforscher Nicolas Stockhammer, der an der Universität Krems zu Terrorismus und Extremismus forscht. Im Gespräch geht es um die aktuelle Bedrohungslage in Österreich und um die Situation mit Islamisten — online am Sonntag um 9.00 Uhr.

Abonnieren, damit die Freitagsanalyse und das Sonntagsgespräch nicht untergehen. 

Und in die Kommentare: Wie lange ist Babler noch SPÖ Obmann?

Über Martin Engelberg:

Martin Engelberg ist Psychoanalytiker und ehemaliger ÖVP-Nationalratsabgeordneter.

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1 Stunde 7 Minuten
Ein grüner Abgeordneter sagt, der nächste Kanzler heißt Kickl – und nennt die Kammer, in der er Vizepräsident ist, überholt. 

Hans Arsenovic sitzt für die Grünen im Wiener Landtag und ist zugleich Vizepräsident der Wirtschaftskammer Wien. Diese Doppelrolle bricht in diesem Gespräch an mehreren Stellen auf. Arsenovic hält die Bundesregierung für ein totes Pferd und Neuwahlen für den einzigen Ausweg. Er ist gegen die Vermögenssteuer, aber für eine Erbschafts- und Schenkungssteuer – mit hohen Freibeträgen, Ausnahmen für Betriebe und Immobilien und der Bedingung, dass jeder Euro in die Entlastung des Faktors Arbeit geht. Er tritt für die Sonntagsöffnung ein und verlässt damit die Linie der eigenen Seite. Und er widerspricht Martin Engelberg zweimal offen. Zugleich treffen sich die beiden dort, wo man es nicht erwartet: in der Diagnose eines Landes, das seine Reformen seit Jahrzehnten vor sich herschiebt. „Alles, was du gesagt hast, würde ich unterschreiben", sagt Engelberg an einer Stelle – zu einem Grünen. 

KAPITEL 

00:00 — Der Satz, der alles rahmt: „Ich habe Freunde bei den Blauen" 

01:33 — Milizoffizier, Raiffeisen-Direktor, Sonnenstudio-Unternehmer, Weinbauer 

04:27 — Wie ein tiefschwarz sozialisierter Banker bei den Grünen landet 

07:10 — Ohrfeigen von beiden Seiten: vormittags der Linke, nachmittags der Neoliberale 

11:10 — Streit über Regulierung, Steuern und Arbeitszeitverkürzung 

13:28 — Gegen Vermögenssteuer, für Erbschaftssteuer: „Das stimmt nicht" 

17:28 — Staatsquote, Schulden, Pensionen – wo das System an sein Ende kommt 

22:12 — „Sie verspielen die Zukunft von meinem Sohn" 

24:03 — Warum schlechte Umfragen diese Regierung zusammenhalten 

27:32 — Die Sollbruchstellen bei NEOS und SPÖ 

29:19 — Wer führt die SPÖ? „Ich sehe niemanden." 

33:17 — „Diese Regierung ist ein totes Pferd" 

37:00 — Sebastian Kurz: Warum er nicht zurückkommt – und was er stattdessen tut 

43:59 — Walter Ruck, die Kammer-Turbulenzen und das Wiener Machtnetz 

53:27 — Wie sehr Michael Ludwig beschädigt ist 

54:13 — „Ist die Wirtschaftskammer überholt?" – „Eindeutiges Ja." 

57:14 — Overtourism in Wien: der zweite Widerspruch an Engelberg 

59:29 — Sonntagsöffnung: „Da verlasse ich die grüne Position komplett" 

1:01:32 — Schnellrunde: Kickl oder Babler, Tempo 30, SPÖ oder ÖVP 

Über den Gast: Hans Arsenovic (geb. 1968 in Wien) ist seit Oktober 2019 Abgeordneter zum Wiener Landtag und Mitglied des Wiener Gemeinderats für die Grünen, zuständig für Wirtschaft, Tourismus und Sport. Seit 2005 ist er Sprecher der Grünen Wirtschaft Wien, seit 2015 Vizepräsident der Wirtschaftskammer Wien. Als Unternehmer gründete er die Sonnenstudio-Kette Sun Company; zuvor war er Bankkaufmann und leitete eine Raiffeisenkasse in Niederösterreich.

Über Martin Engelberg:

Martin Engelberg ist Psychoanalytiker und ehemaliger ÖVP-Nationalratsabgeordneter.

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13 Minuten
Erste Folge nach der Sommerpause – und Engelberg beginnt nicht bei den Gegnern, sondern bei der eigenen Seite. Er nennt die Umfragelage der Volkspartei „eigentlich verheerend schlecht“, verweist auf Rohdaten, die aus seiner Sicht dramatischer sind als die veröffentlichten Werte, und zerlegt die Selbstberuhigung, die ÖVP verfüge über eine in Granit gemeißelte Basis von zwanzig Prozent. Sein Gegenbeleg: die vorletzte Bundespräsidentenwahl, bei der die Kandidaten von ÖVP und SPÖ im ersten Wahlgang jeweils im Elf-Prozent-Bereich landeten.

Dann das strategische Problem, das die Regierung durch den Herbst begleiten wird: Die ÖVP muss Profil zeigen – politischer Islam, Zukunftssparplan, ORF-Reform. Aber genau diese Zuspitzung produziert Widerstand beim Koalitionspartner. Engelberg zieht die Parallele zur ÖVP-SPÖ-Regierung vor 2017, die an wechselseitiger Blockade zerbrochen ist. Parallel liegen Bundesheerreform, Bundesstaatsanwaltschaft und Gesundheitsreform auf dem Tisch – bei einer davon sagt er offen, dass er nicht mehr daran glaubt.

Am härtesten wird er beim Budget: Die Sanierung laufe zu rund siebzig Prozent über die Einnahmenseite statt über die Ausgaben. Sein Urteil: katastrophal. Und daran hängt der Satz, um den es in dieser Folge geht.

Im zweiten Teil der Blick nach außen. In den USA laufen die Midterms im November – Engelberg beschreibt, wie linke Gruppierungen in sicheren Demokraten-Bezirken gezielt sehr weit links stehende Kandidaten in die Vorwahlen gebracht haben, und warum das am Ende den Republikanern nützen könnte. In Israel wird am 27. Oktober gewählt, Likud gegen die Partei von Ex-Generalstabschef Gadi Eisenkot – mit der Pointe, dass die stimmenstärkste Partei dort noch lange keine Mehrheit hat. Über europäische Politiker und Medien sagt Engelberg, sie spielten in diesem Wahlkampf eine unglückliche Rolle, weil sie einseitige Meldungen zu schnell übernähmen.

Warum das relevant ist: Martin Engelberg war Nationalratsabgeordneter der ÖVP und ist Psychoanalytiker. Er analysiert diese Partei nicht von außen, sondern von innen – und mit einem Instrumentarium, das in der österreichischen Politikberichterstattung sonst niemand einsetzt. Diese Folge ist der Fahrplan für einen Herbst, in dem in Israel, in den USA und in der österreichischen Koalition gleichzeitig entschieden wird.

Kapitel 

00:00 – 25 Jahre 9/11 

00:53 – Rückblick: der Sommer der ÖVP 

01:47 – Umfragen, Rohdaten und ein Mythos 

03:14 – Der neue Generalsekretär und die neuen Themen 

04:24 – Klare Kante – und was sie in der Koalition auslöst 

05:44 – Bundesheer, Bundesstaatsanwaltschaft, Gesundheit: der Reformstau 

06:46 – Budget: das Nachgeben, das Engelberg katastrophal nennt 

07:24 – USA: Midterms und die Radikalisierung der Vorwahlen 

10:09 – Israel: Wahlkampf mit allen Mitteln 

11:51 – Am Sonntag: das Gespräch mit Hans Arsenovic

Am Sonntag im Kanal: „Engelberg &…“ mit Hans Arsenovic – Wiener Landtagsabgeordneter der Grünen und Vizepräsident der Wirtschaftskammer Wien. Über grüne Wirtschaftspolitik und die innenpolitische Lage.

Abonnieren, damit die Freitagsanalyse und das Sonntagsgespräch nicht untergehen. Und in die Kommentare: Ist das Nachgeben beim Budget für die ÖVP wirklich existenzgefährdend – oder war es der einzig mögliche Preis für eine handlungsfähige Regierung?

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Martin Engelberg ist Psychoanalytiker und ehemaliger ÖVP-Nationalratsabgeordneter.

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4 Minuten
Palästina-Flaggen in der Altstadt — und eine Synagoge, die keine Bewachung braucht. Martin Engelbergs Bericht aus Sarajevo.

Martin Engelberg meldet sich diese Woche aus Sarajevo — Anlass ist das Filmfestival, gesponsert von einem österreichischen Versicherer [vermutlich UNIQA — Audio prüfen]. Sein Rundgang durch die Altstadt zeigt eine Stadt der Gegensätze: habsburgische Architektur neben osmanischem Erbe, Moslems, katholische und orthodoxe Christen und Juden auf engstem Raum. Im Straßenbild fallen Palästina-Flaggen, Graffitis und Plakate zur Freilassung von Terroristen auf — und zugleich steht die altehrwürdige Synagoge der Stadt ohne Bewachung da, wahrscheinlich eine der letzten in Europa. Zum Abschluss: eine Jewish Tour durch fünf Jahrhunderte jüdisches Sarajevo, von der Vertreibung aus Spanien bis zur heutigen Gemeinde von ein paar hundert Seelen.

Kapitel: 

00:00 — Ankunft in Sarajevo: Filmfestival und Altstadt 

01:01 — Palästina-Flaggen und Terror-Plakate im Straßenbild 

01:40 — Die unbewachte Synagoge: „wahrscheinlich eine der letzten in Europa" 

02:02 — Das Rathaus: Habsburg-Erbe, Zerstörung, Wiederaufbau 

02:43 — Jewish Tour: die jüdische Gemeinde von Sarajevo

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Über diesen Podcast

Wöchentliche Podcast-Formate mit Martin Engelberg, Psychoanalytiker Führungskräftecoach & Nationalratsabgeordneter außer Dienst. jeden Freitag: Politics & Psychoanalyse ab 31.01.2026: Engelberg &.... : Gespräche, die in die Tiefe gehen - Below the Surface
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