133 Wenn der Friedhof Gröbzig zum Reh-Buffet wird

133 Wenn der Friedhof Gröbzig zum Reh-Buffet wird

vor 1 Woche
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Beschreibung

vor 1 Woche

Satire: In der neuesten Ausgabe des Heimat-Podcasts „Bitte
Klatsch’n“ widmet sich Moderator Volker Schwenke einem Phänomen,
das die Gemüter in Gröbzig derzeit mehr bewegt als die ewige Ruhe
selbst. Was als zufälliges Mithören eines Gesprächs vor einem
Supermarkt begann, entpuppt sich als handfeste
„Klatschgeschichte“ über die Flora und Fauna des örtlichen
Friedhofs.





Der Zaun als unverbindliche Empfehlung!





Während die Friedhofssatzung den Bürgern streng untersagt, ihre
Hunde frei herumlaufen zu lassen, scheinen für die lokale
Reh-Population Sonderregeln zu gelten. Durch defekte oder
gänzlich fehlende Umzäunungen spazieren in der Dämmerung teils
über ein Dutzend Tiere – vom kapitalen Bock bis zum jungen
Rehkitz – völlig ungehindert auf das Gelände, um sich am dortigen
Bewuchs gütlich zu tun. Die Stadtverwaltung „Südliches Anhalt“
reagiert auf die Beschwerden der Hinterbliebenen mit einer
bemerkenswerten Form der Öffentlichkeitsarbeit: Einem Aushang,
der den Friedhof kurzerhand zur „Naturoase“ deklariert, in der
die Tiere sicher und ungestört speisen dürfen.





Botanische Tipps gegen den Hunger der Gäste!





Anstatt jedoch in Zäune mit einer wirksamen Höhe von mindestens
zwei Metern zu investieren, liefert die Stadtverwaltung lieber
kulinarische Hinweise zur Grabbepflanzung. Da Rehe Rosenblätter,
Blüten und Tannenzweige bevorzugen, wird den Trauernden
nahegelegt, auf weniger schmackhafte Alternativen auszuweichen.
Schwenke zitiert hierbei aus den behördlichen Empfehlungen, die
unter anderem dazu raten, Gräber mit:


* Hortensien und Lavendel,


* Fingerhut und Rittersporn,


* oder gar **Knoblauch** zu bepflanzen.





Letzteres, so merkt Schwenke mit einem Augenzwinkern an, dürfte
auf dem Friedhof zumindest auch zuverlässig gegen Vampire helfen.





Fazit: Wer falsch pflanzt, verliert!





Die Botschaft der Verantwortlichen scheint klar: Nicht die
fehlende Sicherung des Geländes ist das Problem, sondern die
„falsche“ Wahl der Blumen durch die Bürger. Wer also künftig
sicherstellen möchte, dass der Blumengruß für die Verwandten
nicht als Vorspeise für das Wildtier-Buffet endet, sollte sich
wohl besser als Hobby-Gemüsebauer versuchen. Volker Schwenke lädt
ein, trotz der tierischen Mitbewohner weiterhin die Angehörigen
zu besuchen – und dabei vielleicht einfach ein bisschen mehr
Knoblauch im Gepäck zu haben.
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