Hartmut Rosa: «Wir vollziehen, anstatt zu leben»

Hartmut Rosa: «Wir vollziehen, anstatt zu leben»

vor 2 Tagen
Wir würden vermehrt vollziehen und weniger handeln, schreibt Hartmut Rosa in seinem aktuellen Buch. Das führe zu Burnout und erkläre auch den Erfolg von populistischen Entscheiden. Der Soziologe ist zu Gast im Tagesgespräch bei Simone Hulliger.
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Beschreibung

vor 2 Tagen
Wir würden vermehrt vollziehen und weniger handeln, schreibt
Hartmut Rosa in seinem aktuellen Buch. Das führe zu Burnout und
erkläre auch den Erfolg von populistischen Entscheiden. Der
Soziologe ist zu Gast im Tagesgespräch bei Simone Hulliger. Der
Kontrolleur verteilt eine Busse, auch wenn das Ticket nur ein paar
Sekunden zu spät gelöst wurde. Das Kind baut nach Anleitung ein
Lego-Flugzeug und der Vater wirft eine Kapsel in die
Kaffeemaschine. In all diesen Situationen sind wir vollziehende,
und keine handelnde. In der Arbeitswelt entstünden immer mehr
sogenannten «Bullshit-Jobs», in denen nur noch vollzogen werden
darf, was das Regelwerk oder die Technik vorgeben. In der Politik
wachse der Wunsch nach Personen, die ein eigenmächtiges Handeln
versprechen. Hartmut Rosa plädiert für eine Rückeroberung der
Spielräume, für ein das Vertrauen in die Urteilskraft, ohne
allerdings die Errungenschaften der Moderne in Frage zu stellen.
Rosa ist Soziologie-Professor an der Friedrich-Schiller-Universität
Jena und Direktor des Max Weber Kollegs in Erfurt. Sein aktuelles
Buch heisst: «Situation und Konstellation. Vom Verschwinden des
Spielraums»
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