Der andere König

Der andere König

vor 2 Wochen
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Beschreibung

vor 2 Wochen

Johannes erzählt die Leidensgeschichte von Jesus mit einem
besonderen Schwerpunkt. Was will er betonen? Was uns mitgeben?


PredigerTraugott Hopp ThemaDer andere König Reihe Datum03.04.2026
Länge35:24 BibelstelleJohannes, Kapitel 18 und 19
Traugott Hopp, Pastor der FeG FFB Bibeltext

Nach diesem Gebet verließ Jesus mit seinen Jüngern die Stadt und
überquerte den Bach Kidron. Auf der anderen Seite lag ein Garten.
Dorthin ging Jesus mit seinen Jüngern. Judas, der Verräter,
kannte diese Stelle, denn Jesus hatte sich oft mit seinen Jüngern
dort aufgehalten. Nun erschien Judas mit einem Trupp römischer
Soldaten sowie einigen Männern der Tempelwache, die ihm die
obersten Priester und die Pharisäer mitgegeben hatten. Sie trugen
Fackeln und Laternen und waren bewaffnet. Jesus wusste, was ihm
jetzt bevorstand. Er ging aus dem Garten zu ihnen hinaus und
fragte: »Wen sucht ihr?« »Jesus aus Nazareth«, war die Antwort.
»Ich bin es!«, erklärte Jesus. Judas, sein Verräter, stand bei
den Soldaten. Als Jesus klar und offen sagte: »Ich bin es«,
wichen die Bewaffneten erschrocken zurück und fielen zu
Boden. Jesus fragte sie noch einmal: »Wen sucht ihr?« »Jesus aus
Nazareth!«, antworteten sie wieder. »Ich habe euch doch schon
gesagt, dass ich es bin«, entgegnete Jesus. »Wenn ihr also nur
mich sucht, dann lasst die anderen hier gehen!« Damit sollte sich
erfüllen, was Jesus früher gesagt hatte: »Ich habe keinen von
denen verloren, die du mir anvertraut hast.« Simon Petrus hatte
ein Schwert dabei. Plötzlich zog er es, schlug damit auf Malchus,
den Diener des Hohenpriesters, ein und hieb ihm das rechte Ohr
ab. Aber Jesus befahl Petrus: »Steck dein Schwert weg! Soll ich
etwa den bitteren Kelch nicht trinken, den mir mein Vater gegeben
hat?« Die römischen Soldaten, ihr Offizier und die Männer der
Tempelwache nahmen Jesus fest und fesselten ihn. Dann brachten
sie ihn zunächst zu Hannas. Hannas war der Schwiegervater von
Kaiphas, der in jenem Jahr Hoherpriester war. Kaiphas war es
gewesen, der früher den führenden Männern der Juden geraten
hatte: »Es ist für euch alle besser, wenn dieser eine Mann für
das ganze Volk stirbt!«


Simon Petrus und ein anderer Jünger folgten Jesus, als er
abgeführt wurde. Weil dieser andere Jünger mit dem Hohenpriester
bekannt war, ließ man ihn mit Jesus bis in den Innenhof des
hohepriesterlichen Palastes gehen. Petrus blieb draußen vor dem
Tor stehen. Da kam der andere Jünger, der Bekannte des
Hohenpriesters, wieder zurück, redete mit der Pförtnerin und
verschaffte Petrus Zutritt. Die Pförtnerin fragte Petrus:
»Gehörst du nicht auch zu den Jüngern dieses Mannes?« »Nein, ich
nicht!«, antwortete er. Die Männer der Tempelwache und die Diener
des Hohenpriesters hatten ein Kohlenfeuer angezündet. Sie standen
um das Feuer herum und wärmten sich, denn es war kalt. Petrus
ging zu ihnen, um sich auch zu wärmen.


Drinnen im Palast begann das Verhör. Der Hohepriester Hannas
fragte Jesus nach seinen Jüngern und nach seiner Lehre. Jesus
antwortete: »Ich habe in aller Öffentlichkeit zu den Menschen
gesprochen. Niemals habe ich etwas im Geheimen gelehrt, sondern
immer in den Synagogen und im Tempel, wo es jeder hören
konnte. Weshalb fragst du mich also? Frag doch die Leute, die
mich gehört haben! Sie wissen, was ich gesagt habe.« Da schlug
ihm einer von den Wächtern, die neben ihm standen, ins Gesicht
und rief: »Was fällt dir ein, so mit dem Hohenpriester zu
reden?« Jesus erwiderte: »Wenn ich etwas Falsches gesagt habe,
dann weise es mir nach! War es aber richtig, weshalb schlägst du
mich dann?« Da ließ Hannas Jesus in Fesseln zum Hohenpriester
Kaiphas bringen.


Simon Petrus stand noch immer am Feuer und wärmte sich. Da fragte
man ihn: »Bist du nicht auch einer von seinen Jüngern?« »Nein,
ich bin es nicht«, leugnete er. Aber ein Diener des
Hohenpriesters, ein Verwandter des Mannes, dem Petrus das Ohr
abgehauen hatte, meinte: »Ich habe dich doch selbst im Garten bei
ihm gesehen!« Wieder stritt Petrus ab, Jesus zu kennen. Und im
selben Augenblick krähte ein Hahn.


In den frühen Morgenstunden wurde Jesus vom Haus des
Hohenpriesters Kaiphas zum Palast des Statthalters gebracht. Die
Juden selbst betraten dieses Gebäude nicht, denn sie wollten
nicht unrein werden. Dann hätten sie nicht das Passahmahl essen
dürfen. Deshalb ging Pilatus zu ihnen hinaus und fragte: »Welche
Anklage erhebt ihr gegen diesen Mann? Was hat er getan?« Sie
antworteten: »Wenn er kein Verbrecher wäre, hätten wir ihn nicht
zu dir gebracht.« »Dann nehmt ihn mit und verurteilt ihn nach
eurem Gesetz!«, entgegnete Pilatus. »Aber wir dürfen doch
niemanden hinrichten«, wandten sie ein. So sollten sich die Worte
von Jesus erfüllen, mit denen er vorausgesagt hatte, wie er
sterben würde. Pilatus kam nun in den Gerichtssaal zurück, ließ
Jesus vorführen und fragte ihn: »Bist du der König der
Juden?« Jesus entgegnete: »Bist du selbst auf die Frage gekommen
oder haben dir das andere über mich gesagt?« »Bin ich etwa ein
Jude?«, fragte Pilatus. »Die führenden Männer deines eigenen
Volkes und die obersten Priester haben dich hergebracht, damit
ich über dich urteile. Was also hast du getan?« Jesus antwortete:
»Mein Königreich gehört nicht zu dieser Welt. Wäre ich ein
weltlicher Herrscher, dann hätten meine Leute für mich gekämpft,
damit ich nicht in die Hände der Juden falle. Aber mein Reich ist
von ganz anderer Art.« Da fragte ihn Pilatus: »Dann bist du also
doch ein König?« Jesus antwortete: »Ja, du hast recht. Ich bin
ein König. Und dazu bin ich Mensch geworden und in diese Welt
gekommen, um ihr die Wahrheit zu bezeugen. Wer sich von der
Wahrheit bestimmen lässt, der hört auf mich.« »Wahrheit? Was ist
das überhaupt?«, erwiderte Pilatus. Dann ging er wieder zu den
Juden hinaus und sagte ihnen: »Meiner Meinung nach ist der Mann
unschuldig. Ich will euch wie üblich auch in diesem Jahr am
Passahfest einen Gefangenen freigeben. Wenn ihr wollt, lasse ich
diesen König der Juden frei.« Aber sie schrien laut: »Nein! Nicht
den! Wir wollen Barabbas!« Barabbas aber war ein Verbrecher. 


Da befahl Pilatus, Jesus abzuführen und ihn auszupeitschen. Die
Soldaten flochten eine Krone aus Dornenzweigen und drückten sie
ihm auf den Kopf. Dann hängten sie ihm einen purpurroten Mantel
um, stellten sich vor ihn hin und spotteten: »Es lebe der König
der Juden!« Dabei schlugen sie ihm ins Gesicht. Pilatus ging
erneut zu den Juden hinaus und sagte: »Hört zu! Ich will ihn euch
noch einmal vorführen, damit ihr erkennt, dass er unschuldig
ist!« Dann kam Jesus heraus. Er trug die Dornenkrone und den
roten Mantel. Pilatus forderte die Menge auf: »Seht ihn euch an,
was für ein Mensch!« Aber kaum hatten die obersten Priester und
die Männer der Tempelwache Jesus erblickt, fingen sie an zu
schreien: »Ans Kreuz! Ans Kreuz mit ihm!« Daraufhin rief Pilatus:
»Dann nehmt ihn doch selbst und kreuzigt ihn! Denn ich bin
überzeugt: Er ist unschuldig!« Die Juden entgegneten: »Wir haben
ein Gesetz, an das wir uns halten; und nach dem Gesetz muss er
sterben, denn er hat sich als Gottes Sohn ausgegeben.« Als
Pilatus das hörte, bekam er noch mehr Angst. Er ging wieder in
den Palast zurück und fragte Jesus: »Woher kommst du?« Doch Jesus
gab ihm keine Antwort. »Redest du nicht mehr mit mir?«, fragte
Pilatus. »Ist dir nicht klar, dass es in meiner Macht steht, dich
freizugeben oder dich ans Kreuz nageln zu lassen?« Jetzt
antwortete Jesus: »Du hättest keine Macht über mich, wenn sie dir
nicht von oben gegeben wäre. Deshalb hat der größere Schuld auf
sich geladen, der mich dir ausgeliefert hat.« Da versuchte
Pilatus noch einmal, Jesus freizulassen. Aber die Juden schrien:
»Wenn du den laufen lässt, bist du kein Freund des Kaisers; denn
wer sich selbst zum König macht, lehnt sich gegen den Kaiser
auf.« Als Pilatus das hörte, ließ er Jesus hinausführen an die
Stelle, die man »Steinpflaster« nannte, auf Hebräisch: »Gabbata«.
Er selbst setzte sich dort auf den Richterstuhl. Es war um die
Mittagszeit, am Tag vor dem Passahfest, an dem alle mit
Vorbereitungen beschäftigt waren. Pilatus sagte zu den Juden:
»Hier ist euer König!« »Weg mit ihm!«, brüllten sie. »Ans Kreuz
mit ihm!« »Soll ich wirklich euren König kreuzigen lassen?«,
fragte Pilatus. Die obersten Priester riefen: »Wir haben keinen
König, nur den Kaiser!«


Da gab Pilatus nach und befahl, Jesus zu kreuzigen. Die Soldaten
führten Jesus ab. Sein Kreuz trug er selbst aus der Stadt hinaus
zu dem Ort, der »Schädelstätte« genannt wird, auf Hebräisch
»Golgatha«. Dort nagelten sie ihn ans Kreuz. Mit ihm wurden noch
zwei andere Männer gekreuzigt, der eine rechts und der andere
links von ihm. Jesus hing in der Mitte. Pilatus ließ ein Schild
am Kreuz anbringen, auf dem die Worte standen: »Jesus aus
Nazareth, der König der Juden«. Die Stelle, an der Jesus
gekreuzigt worden war, lag nahe bei der Stadt. Und so lasen viele
Juden diese Inschrift, die in hebräischer, lateinischer und
griechischer Sprache abgefasst war. Da kamen die obersten
Priester zu Pilatus und verlangten von ihm: »Lass das ändern. Es
darf nicht heißen: ›Der König der Juden‹, sondern: ›Er hat
behauptet: Ich bin der König der Juden‹.« Pilatus aber weigerte
sich: »Es bleibt genau so stehen, wie ich es geschrieben
habe!« Als die Soldaten Jesus gekreuzigt hatten, nahmen sie seine
Kleider und teilten sie in vier Stücke, so dass jeder der
Soldaten eines davon bekam. Das Untergewand war jedoch
durchgehend gewebt, ohne jede Naht. Deshalb beschlossen sie:
»Dieses Untergewand wollen wir nicht zerschneiden. Wir werden
losen, wer es bekommen soll.« Damit sollte sich die Vorhersage
der Heiligen Schrift erfüllen: »Meine Kleider haben sie unter
sich aufgeteilt und um mein Gewand gelost.« Genauso geschah es
auch. Bei dem Kreuz, an dem Jesus hing, standen seine Mutter und
ihre Schwester, außerdem Maria, die Frau von Klopas, und Maria
aus Magdala. Als Jesus nun seine Mutter sah und neben ihr den
Jünger, den er sehr lieb hatte, sagte er zu ihr: »Das ist jetzt
dein Sohn!« Und zu dem Jünger sagte er: »Sie ist jetzt deine
Mutter.« Von da an nahm der Jünger sie zu sich in sein Haus.


Jesus wusste, dass nun sein Auftrag erfüllt war. Doch die
Vorhersage der Heiligen Schrift sollte voll und ganz in Erfüllung
gehen, darum sagte er: »Ich habe Durst!« In der Nähe stand ein
Krug mit Essigwasser. Die Soldaten tauchten einen Schwamm hinein,
steckten ihn auf einen Ysopstängel und hielten Jesus den Schwamm
an den Mund. Nachdem Jesus ein wenig davon probiert hatte, rief
er: »Es ist vollbracht!« Dann ließ er den Kopf sinken und
starb. Das alles geschah am Tag vor dem Passahfest, das in diesem
Jahr auf einen Sabbat fiel. Die führenden Männer der Juden
wollten nicht, dass die Toten über den Sabbat – noch dazu an
einem solch hohen Feiertag – am Kreuz hängen blieben. Darum
gingen sie mit der Bitte zu Pilatus, er solle den Gekreuzigten
die Beine brechen lassen, damit ihr Tod schneller eintrat. Danach
sollten sie vom Kreuz abgenommen werden. Pilatus schickte seine
Soldaten los. Zuerst brachen sie dem einen Verbrecher, der mit
Jesus gekreuzigt worden war, die Beine, dann dem anderen. Doch
als sie zu Jesus kamen, stellten sie fest, dass er bereits tot
war. Deshalb brachen sie ihm nicht die Beine. Aber einer der
Soldaten stieß ihm eine Lanze in die Seite. Sofort flossen Blut
und Wasser aus der Wunde. Dies alles bezeugt ein Mann, der es mit
eigenen Augen gesehen hat. Sein Bericht ist zuverlässig und wahr;
er selbst weiß genau, dass er die Wahrheit sagt, und hat dies
alles geschildert, damit auch ihr glaubt. Auch das ist geschehen,
damit das Wort der Heiligen Schrift in Erfüllung geht: »Kein
Knochen soll ihm zerbrochen werden.« Ebenso erfüllte sich die
andere Voraussage: »Sie werden auf den sehen, den sie durchbohrt
haben.«


Nachdem das alles geschehen war, ging Josef aus Arimathäa zu
Pilatus und bat ihn um die Erlaubnis, den Leichnam vom Kreuz
abnehmen zu dürfen. Insgeheim war er ein Jünger von Jesus, doch
aus Angst vor den Juden hatte er das bisher verschwiegen. Pilatus
erlaubte es ihm, und so ging er zum Kreuz und nahm den Leichnam
von Jesus ab. Auch Nikodemus, der Jesus einmal nachts aufgesucht
hatte, kam und brachte etwa 30 Kilogramm einer Mischung aus
Myrrhe und Aloe. Mit diesen wohlriechenden Salbölen wickelten sie
den Leichnam von Jesus in Leinentücher ein. So war es beim
Begräbnis von Juden üblich. In der Nähe der Hinrichtungsstätte
lag ein Garten. Dort gab es eine Grabkammer, die erst kürzlich
aus dem Felsen gehauen und noch nicht benutzt worden war. In
dieses nahe gelegene Grab legten sie Jesus, denn sie hatten es
eilig, weil bald der Sabbat begann. 


Dies Predigt ist bis zum 10.07.2026 online verfügbar.


Der Beitrag Der andere König erschien zuerst auf FeG
Fürstenfeldbruck.
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