Bringt die Energiewende unser Stromnetz ans Limit?

Bringt die Energiewende unser Stromnetz ans Limit?

vor 2 Tagen
Die Energiewende nimmt Fahrt auf: mehr Solarstrom, mehr Wärmepumpen, mehr Elektrofahrzeuge. Dafür ist das Schweizer Stromnetz nicht gebaut. Doch der Ausbau verläuft schleppend. Steigt die Gefahr eines Blackouts? Wie gut helfen neue Speichersysteme? Un ...
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vor 2 Tagen
Die Energiewende nimmt Fahrt auf: mehr Solarstrom, mehr
Wärmepumpen, mehr Elektrofahrzeuge. Dafür ist das Schweizer
Stromnetz nicht gebaut. Doch der Ausbau verläuft schleppend. Steigt
die Gefahr eines Blackouts? Wie gut helfen neue Speichersysteme?
Und wieso kommen die Leitungen nicht in den Boden? Widerstand gegen
Freileitungen – umstrittene Erdkabel Kaum ein Leitungsprojekt
bleibt ohne Widerstand. Im Wallis oder im Aargauer Reusstal wehren
sich Gemeinden und Interessengruppen gegen neue und höhere Masten.
Ihre Forderung: die Leitung in den Boden verlegen. Doch Swissgrid
warnt: Erdkabel seien teurer, technisch anspruchsvoller und
gefährdeten die Netzstabilität. Kritiker halten dagegen: Mit
moderner Technik liessen sich auch Erdkabel sicher betreiben. Die
Schweiz will bis 2050 weitgehend auf fossile Energien verzichten.
Der Strombedarf steigt – gleichzeitig wird die Produktion immer
volatiler. Solarstrom aus Tausenden dezentralen Anlagen ersetzt
schrittweise Atomkraftwerke und ergänzt die Wasserkraft. Doch dafür
ist das heutige Stromnetz nicht gebaut. In der Leitstelle der
Swissgrid zeigt sich: Produktion und Verbrauch müssen immer
häufiger aktiv gesteuert werden. Die nationale
Übertragungsnetz-Betreiberin plant deshalb Milliardeninvestitionen
in neue Kapazitäten, doch viele Projekte verzögern sich über Jahre.
Das Verteilnetz unter Druck Nicht nur das Übertragungsnetz gerät
unter Druck. Ein grosser Kraftakt zur Bewältigung der Energiewende
findet im Schweizer Verteilnetz statt. Es umfasst über 200’000
Kilometer Leitungen und wird betrieben von rund 600 regionalen
Elektrizitätswerken. In Quartieren wurden die Netze einst für
Kühlschrank und Herd dimensioniert – heute kommen immer mehr
Wärmepumpen, Elektroautos und Solaranlagen hinzu. Die Kosten drohen
zu explodieren. Überfordert der Solarboom das Netz? Vor allem der
anhaltende Solarboom bringt das System an Grenzen. An sonnigen
Tagen produzieren Solaranlagen bereits heute mehr Strom, als
gleichzeitig verbraucht wird. Künftig soll es noch deutlich mehr
sein. Diese Einspeisespitzen vollständig ins Netz aufzunehmen, wäre
teuer und oft unnötig, finden Netzbetreiber und Experten. Batterien
statt teurer Netzausbau Ein Ausweg sind flexible Tarife und vor
allem Batteriespeicher. Im Übertragungsnetz können Grossbatterien,
wie die geplante weltgrösste Redox-Flow-Batterie im Aargau, eine
wichtige Pufferfunktion übernehmen. In Quartieren und in Häusern
können Batteriespeicher einen überteuerten Netzausbau verhindern.
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