Hans Wolff: «Gefängnis macht krank»

Hans Wolff: «Gefängnis macht krank»

vor 4 Tagen
In europäischen Gefängnissen kommt es wieder zu mehr Misshandlungen. Das dokumentiert der soeben erschienene Bericht des Antifolterkomitees des Europarats. Mitgearbeitet an diesem Bericht hat Hans Wolff, Chefarzt der Gefängnismedizin am Universitätssp ...
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vor 4 Tagen
In europäischen Gefängnissen kommt es wieder zu mehr
Misshandlungen. Das dokumentiert der soeben erschienene Bericht des
Antifolterkomitees des Europarats. Mitgearbeitet an diesem Bericht
hat Hans Wolff, Chefarzt der Gefängnismedizin am Universitätsspital
Genf. Bis Ende letztes Jahr war Hans Wolff der Schweizer Vertreter
im Anti Folter Komitee, zuletzt als dessen Vizepräsident. Im
Tagesgespräch erzählt er, wieso er nach einem Gefängnisbesuch mit
Schuhen und Veston unter die Dusche ging, wann Gefängnis krank
macht und wieso eine Haftstrafe in Norwegen eine Chance sein kann.
Seit Jahrzehnten setzt sich Hans Wolff, Professor für
Gefängnismedizin am Universitätsspital Genf, für bessere
Haftbedingungen ein - auch in Schweizer Gefängnissen. Doch die
Überbelegung vieler Gefängnisse, insbesondere in der Westschweiz,
macht angemessene Haftbedingungen oft unmöglich. «Überbelegung ist
eine Katastrophe für ein Gefängnis», sagt Wolff. Sie trage dazu
bei, dass Gefangene eine so viel schlechtere Gesundheit haben als
die Durchschnittsbevölkerung. Besonders verbreitet unter Gefangenen
sind psychische Krankheiten. Suizide von Gefangenen sind zwanzig
Mal so häufig wie ausserhalb, bei Einzelhaft bis zu hundert Mal.
Wolff, der auch Präsident der Konferenz der schweizerischen
Gefängnisärzte ist, sagt: «In Teilen der Schweiz werden die
Empfehlungen des Anti-Folter-Komitees zur Einzelhaft noch immer
nicht umgesetzt.» Roman Fillinger hat mit dem Gefängnismediziner
gesprochen.
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