#18 Lynn | Intergeschlechtlichkeit, medizinische Gewalt, Metal
vor 1 Woche
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Beschreibung
vor 1 Woche
Heute darf ich Lynn empfangen.
Lynn ist intergeschlechtlich. Geboren mit Penis, Vagina, Hoden,
Eierstock und Gebärmutter, war Lynn ein gesundes Kind. Doch
Ärzt*innen entschieden früh, dass dieser Körper „korrigiert“
werden müsse. Es folgten sieben Operationen. Ohne medizinische
Notwendigkeit wurden Gonaden entfernt, ein Penis amputiert und
Hormone verabreicht.
Lange wusste Lynn nicht, was überhaupt los war. Mit 21 erfuhr
Lynn in der Therapie von der eigenen
Intergeschlechtlichkeit.
Was Lynn erlebt hat, ist kein Einzelfall. Es ist Teil
systemischer sexualisierter Gewalt gegen inter* Menschen. Ein
medizinisches System, das aus Angst, Normdenken und
wirtschaftlichen Interessen heraus Körper verstümmelt – statt sie
zu schützen.
Mittlerweile ist Lynn seit fast zehn Jahren aktivistisch
unterwegs. 2017 wurde Lynn im Zuge der Debatte um den dritten
Geschlechtseintrag bundesweit sichtbar – danach folgte ein
medialer Marathon. Beim inter* Stammtisch entstand zum ersten Mal
ein Zugehörigkeitsgefühl. Heute unterstützt Lynn andere inter*
Personen und klärt Angehörige in Vereinen auf.
Lynn ist außerdem Frontperson einer Death-Metal-Band. Metal ist
für Lynn kein Zufall – es ist ein Raum, der Wut, Schmerz und
Lebenskraft halten kann.
Content Note: In dieser Folge geht es um Operationserfahrungen,
sexualisierte Gewalt und Traumata.
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