ME/CFS - LEBENDIG BEGRABEN?

ME/CFS - LEBENDIG BEGRABEN?

vor 3 Tagen
Wie geht man damit um, wenn die eigene Tochter plötzlich nicht mehr aufstehen oder sprechen kann? Dr. Sabine Hermisson spricht offen über ihre Familiensituation und die Krankheit ME / CFS.
1 Stunde 9 Minuten
Podcast
Podcaster

Beschreibung

vor 3 Tagen
Eine junge Frau mit vielen Plänen und großer Begeisterung für die
Zukunft. Und dann fehlt diesem Menschen plötzlich die Energie, um
einen Löffel in die Hand zu nehmen und selbst zu essen. Selbst
aufrechtes Sitzen oder Sprechen ist zu anstrengend. Die kleinsten
Reize überfordern, ob Licht oder Berührung. Oft ist eine anwesende
Person schon ein Zuviel an Belastung. Das Leben ist nur mehr
äußerst reduziert möglich. Fast wie lebendig begraben. Im November
2020, ein paar Tage vor ihrem achtzehnten Geburtstag, erkrankte
Mila Hermisson schwer an ME / CFS... Jahre verbringt Mila in einem
absolut dunklem Raum. Einsamkeit. Ungewissheit. Angst. Das Essen
muss püriert und gefüttert werden. Kommunikation ist manchmal nur
jeden zweiten Tag möglich, denn in manchen Phasen spricht Mila
nicht mehr als drei Wörter pro Tag. Sabine Hermisson: „Mila hat
eineinhalb Jahre darauf gewartet, bis sie einen Arzt gesehen hat.
Eine Fahrt im Krankenwagen ging nicht mehr. Das ist war zu laut."
Wie geht man mit einer solchen Situation um, Frau Dr. Sabine
Hermisson? Was macht das mit der Mutter, mit der Familie und
natürlich mit der betroffenen Tochter selbst? ME/CFS ist eine große
Herausforderung für jede betroffene Familie, weil man damit oft
alleine dasteht. Zwanzig Prozent aller 80.000 in Österreich
ME/CMS-Betroffenen sind ans Haus oder sogar ans Bett gebunden. Von
medizinischer Seite gibt es noch viel zu wenig Forschung und
Versorgung. So bleibt der Umgang mit einer solch belastenden
Situation oft Privatsache. Mag. Dr. Sabine Hermisson ist
Religionspädagogin an der Universität Wien und spricht in diesem
sehr berührenden Podcast offen über die Erkrankung ihrer Tochter.
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