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War er wirklich der „harte Reitmeister“, als den ihn viele
darstellen? Oder ist sein Bild im Laufe der Jahrhunderte verzerrt
worden? Federico Grisone, geboren 1507, veröffentlichte mit „Gli
Ordini di Cavalcare“ im Jahr 1550 eines der ersten systematischen
Werke über die Reitkunst überhaupt. Ein Meilenstein. Ein Fundament.
Ein Beginn. Doch was danach folgte, wirft Fragen auf. Sein Werk
wurde vielfach übersetzt – unter anderem von Thomas Blundeville und
ins Deutsche von Johann Fayser. Diese Übersetzungen weichen jedoch
zum Teil erheblich vom Original ab. Was bedeutet das für unser
heutiges Bild von Grisone? Plötzlich erscheint er als Erfinder
grausamer Methoden, als Vertreter harter Strafen, als Symbol einer
brutalen Reitkunst. Aber stimmt das wirklich? Elizabeth Tobey hat
eine originalgetreue englische Übersetzung unter dem Titel „Rules
of Riding“ vorgelegt, an der wir uns in unserer Hörbuchreihe
orientiert haben. Und was sich darin zeigt, ist ein deutlich
differenzierteres Bild: Ein Reitmeister der Renaissance,
eingebunden in das Denken seiner Zeit. Ein Ausbilder, der Pferde
nach Elementen und Temperamenten einordnet. Ein systematischer und
logischer Ansatz in der Ausbildung. Ein bemerkenswerter
Sachverstand im Umgang mit dem Pferdekörper und seinen Reaktionen.
Kein einfaches Schwarz-Weiß, sondern ein Mensch seiner Zeit.
Vielleicht ist es an der Zeit, genauer hinzusehen und überlieferte
Urteile zu hinterfragen. In unserem Podcast zeichnen wir ein neues
Bild von Federico Grisone – jenseits von Mythos und
Missverständnis.
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„Federico Grisone – missverstanden?“

Worum geht es? Danach fragen wir noch nach dem Grund.

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