CD der Woche: Rózsa Sinfonia Concertante u.a.

CD der Woche: Rózsa Sinfonia Concertante u.a.

vor 10 Monaten
2 Minuten
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Beschreibung

vor 10 Monaten

Interpreten: Harriet Krijgh, Nikita Boriso-Glebsky,
Deutsche Staatsphilharmonie Rheinland-Pfalz, Gregor
Bühl


Label: Capriccio


EAN: 845221055350


Der Dirigent Gregor Bühl setzt bei Capriccio seine Reihe
mit Konzertmusik von Miklós Rózsa fort. Für Michael Gmasz ein
absolut spannendes Projekt, das sich unbedingt mehr
Aufmerksamkeit verdient! 


Es ist für mich immer wieder faszinierend, Komponisten, die man
mit ganz bestimmten Werken oder einem bestimmten Genre verbindet,
quasi neu zu entdecken. So wie Miklós Rózsa, der mit seinen
Filmmusiken zu Ben Hur und El Cid unsterblich geworden ist, mit
seiner Konzertmusik auf unserer CD der Woche. Wie seine
„avantgardistischen“ Landsmänner Bartók und Kodály hat sich auch
Miklós Rózsa mit traditioneller ungarischer Musik
auseinandergesetzt und diese notiert. In vielen seiner, vor allem
späteren, Werke findet sich das ungarische Kolorit wieder, das er
in seinen Jugendjahren und Studientagen im kleinen schwarzen
Notizbüchlein aufgeschrieben hat.


Rózsa jedoch auf das ungarische Kolorit zu reduzieren wäre weit
gefehlt. Gemäßigt modern, meist der Tonalität verpflichtet – so
lässt sich der Kompositionsstil von Miklós Rózsa am besten
beschreiben. Und so verhält es sich z.B. mit dem Hauptwerk dieser
CD, der Sinfonia Concertante für Violine, Cello und Orchester Op.
29. Kurz nach der Musik zu Ben Hur fertiggestellt, ist dieses
Werk von der Filmmusik überraschenderweise ziemlich abgekoppelt.
Nikita Boriso-Glebsky an der Geige und Harriet Krijgh am Cello
spielen sich virtuos durch die herausfordernden Soloparts, die
ursprünglich von keinen Geringeren als Piatigorsky und Heifetz
uraufgeführt wurden! Akzentuiert und energiegeladen der erste
Satz, einer lyrischen ungarischen Melodie zu Grunde liegend der
zweite Variationssatz, noch am ehesten der Filmmusik zuzuordnen,
der aufregende Finalsatz. Eine kleine Verschnaufpause mit einem
klingenden Ausflug auf die ungarische Puszta gönnen uns Gregor
Bühl und die Deutsche Radiophilharmonie Rheinland-Pfalz mit dem
Notturno ungharese Op.28. Absolute Entdeckung für mich auf dieser
CD ist aber die Cello-Rhapsodie Op.3, in der Harriet Krijgh als
Solistin in allen Belangen aus dem Vollen schöpfen kann. (mg)
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