CD der Woche: Dvořák

CD der Woche: Dvořák

vor 10 Monaten
2 Minuten
Podcast
Podcaster

Beschreibung

vor 10 Monaten

Interpreten: Mandelring Quartett


Label: audite


EAN: 4022143978288


Er ist einer der großen musikalischen Vertreter der
nationalen Schule aus Tschechien und hat Folgegenerationen von
komponierenden Landsleuten geprägt – Antonín Dvořák. Für einige
Zeit hat er jedoch in Amerika gelebt und sich auch musikalisch
sehr mit diesem Land auseinandergesetzt. Ergebnisse dieser Zeit
präsentiert das Mandelring Quartett auf seiner neuen CD, von der
sich Michael Gmasz begeistert zeigt.


Im September des Jahres 1892 hat für den Komponisten Antonín
Dvořák eine spannende Phase seines Lebens begonnen. Da hat er
nämlich die Stelle als Direktor des National Conservatory of
Music in New York angetreten. Bis April 1895 war Dvorak in
Amerika, dann gings zurück in heimatliche Gefilde zu Frau und
Kindern. Ob aus finanziellen Gründen oder eben aufgrund der
Sehnsucht nach seiner Familie sei dahingestellt. Dass Antonín
Dvořák in den USA eine spezielle Entwicklung als Komponist
durchgemacht hat, zeigen einige seiner heute noch berühmtesten
Werke. Die große 9. Symphonie „Aus der Neuen Welt“ und das
„Amerikanische Streichquartett“ genannte F-Dur Quartett gelten
als bekannteste Beispiele dafür. Dieses und noch weitere Werke,
die in der amerikanischen Zeit Dvořáks entstanden sind, hat nun
das Mandelring Quartett auf seiner neuen CD aufgenommen.


Pentatonische Skalen, Trommelimitationen, gleichbleibende
rhythmische Muster, sparsam harmonisierte Melodien – das sind nur
einige der Merkmale, die die amerikanischen Werke Dvořáks prägen.
Neben dem F-Dur Quartett sind dies u.a. das Streichquintett in
Es-Dur Op.97 und auch die Humoresken Op.101, die zwar 1894 auf
Heimaturlaub in Böhmen geschrieben wurden, die Antonín Dvořák
allerdings zum großen Teil in den USA skizziert und konzipiert
hat. Das Mandelring Quartett gestaltet alle drei erwähnten Werke,
die Humoresken in einer Bearbeitung von Matthias Eichhorn,
weniger archaisch sondern vor allem spritzig, locker und
farbenfroh. Der Finalsatz des F-Dur Quartetts ist eine
tänzerische, vor Leichtigkeit strotzende Petitesse, die den
Charakter der Humoresken schon gut vorwegnimmt. Auch das Es-Dur
Quintett, hier verstärkt durch Bratschist Roland Glassl, klingt
in dieser Aufnahme federnd und elegant. Eine CD, die gerade jetzt
lauen Sommerabenden, vielleicht mit einem kühlen Getränk in der
Hand, die richtige Stimmung verleiht. (mg)
15
15
Close