CD der Woche: Licht und Schatten

CD der Woche: Licht und Schatten

vor 9 Monaten
2 Minuten
Podcast
Podcaster

Beschreibung

vor 9 Monaten

Interpreten: Anna Reichert


Label: Prospero Classical


EAN: 4262353970638


Johann Carl Eschmann – ein Name, der selbst
eingefleischten Klassikliebhabern kaum geläufig sein dürfte. Und
doch war der Schweizer Komponist ein hochgeschätzter Zeitgenosse
von Mendelssohn und Brahms, letzterer empfahl ihn sogar
persönlich seinem Verleger. Klaviermusik aus seiner Feder gibt es
auf der jüngsten CD der Pianistin Anna Reichert kennenzulernen,
die auch heute wieder Michael Gmasz näher
vorstellt.


Geboren in Winterthur, stammte Johann Carl Eschmann aus
einer musikalischen Familie. Studiert hat er am
renommierten Leipziger Konservatorium, unter anderem
bei Felix Mendelssohn-Bartholdy und Ignaz
Moscheles. Darüber hinaus pflegte Eschmann enge Kontakte zu
bedeutenden Musikern seiner Zeit – darunter Richard Wagner,
der ihm eine Serenade widmete, und Johannes Brahms, der ihn
geschätzt und sogar seinem Verleger Simrock empfohlen hat. Und
doch ist es ihm ähnlich ergangen, wie so vielen anderen auch. Er
ist mehr oder weniger in Vergessenheit geraten. Seine Musik? Fein
ziseliert, lyrisch, zurückhaltend – beeinflusst von Robert
Schumann und seinem Lehrer Mendelssohn-Bartholdy. Seiner
Wiederentdeckung hat sich nun die junge Schweizer Pianistin Anna
Reichert verschrieben.


Auf ihrem neuen Album „Licht und Schatten“ präsentiert Reichert
eine Auswahl von Eschmanns Klavierwerken. Und das tut sie mit
einer Hingabe, die berührt: charmant, nuancenreich, mit spürbarer
Vertrautheit zur Musik. Jeder Ton wirkt durchdacht, jeder
Phrasierungsbogen liebevoll gestaltet. Besonders hervorzuheben
ist die Suite Licht und Schatten op. 62, die mit poetischen
Titeln wie Sommernacht in der Veranda (am Zürichersee),
Durch Wald und Flur oder Phantome eine fast
bildhafte Klangwelt eröffnet. Auch die Werke aus den
Zyklen Grillenfang, Trösteinsamkeit und Frühlingsblüten zeigen
Eschmanns Gespür für Stimmungen und musikalische Miniaturen. Ihre
intensive Beschäftigung mit ihrem Landsmann Eschmann drückt Anna
Reichert auch im selbstverfassten Beihefttext aus, in dem sie uns
den Komponisten auch persönlich ein wenig näherbringt. Wer also
Lust hat, einen Komponisten neu zu entdecken, der einst von den
Großen geschätzt wurde, sollte unbedingt reinhören. (mg)



15
15
Close