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Beschreibung
vor 6 Monaten
Interpreten: ORF Radio-Symphonieorchester Wien, Fabian
Enders
Label: Prospero
EAN: 4262353970799
Ein vergessenes Meisterwerk neu entdeckt: Das ORF
Radio-Symphonieorchester Wien unter Fabian Enders präsentiert die
Weltersteinspielung von Günter Raphaels erster Symphonie – ein
Werk voller dramatischer Tiefe und orchestraler Raffinesse, das
Michael Gmasz sofort in seinen Bann gezogen hat.
Günter Raphael, Jahrgang 1903, zählt zu den bedeutendsten, aber
lange übersehenen Komponisten der deutschen Musikgeschichte des
20. Jahrhunderts. Früh als Ausnahmetalent erkannt, wurde er von
Wilhelm Furtwängler gefördert, der seine 1. Symphonie bereits
1926, als Raphael gerade einmal 23 war, im Leipziger Gewandhaus
uraufgeführt hat. Raphaels Musik verbindet spätromantische
Ausdruckskraft mit einer modernen, polyphonen Struktur. Sein
Leben war geprägt von Krankheit und politischer Verfolgung: Als
„Halbjude“ verlor er in der NS-Zeit seine Lehrtätigkeit und wurde
mit Aufführungsverboten belegt. Dennoch setzte er sein Schaffen
unbeirrt fort und lehrte später in Duisburg und Köln. Sein Werk
umfasst Symphonien, Kammermusik, geistliche Werke und
Bearbeitungen, darunter eine vielbeachtete Neufassung von Bachs
Matthäuspassion.
Die nun vorliegende Weltersteinspielung der ersten Symphonie in
a-Moll, op. 16, durch das ORF Radio-Symphonieorchester Wien unter
Fabian Enders ist ein bedeutender Beitrag zur Wiederentdeckung
Raphaels. Das Werk, das sich durch dramatische Gestik, komplexe
Polyphonie und eine dichte Orchestrierung auszeichnet, wird hier
mit großer interpretatorischer Tiefe und klanglicher Präzision
präsentiert. Günter Raphaels Musik wirkt wie eine Brücke zwischen
der Spätromantik und der Neuen Sachlichkeit, ohne sich
vollständig einer der beiden Richtungen zu unterwerfen. Eher also
in der Tradition von Komponisten wie Hindemith oder Reger als von
Richard Strauss oder Franz Schreker. Diese Produktion auf dem
Label Prospero setzt ein starkes Zeichen für die Relevanz
Raphaels im heutigen Konzertrepertoire und lädt dazu ein, sein
Schaffen neu zu entdecken und zu würdigen. (mg)
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