Letzter Ausweg Prag – Die Botschaftsflüchtlinge im Palais Lobkowicz
vor 2 Monaten
1989 suchten tausende DDR-Bürger Zuflucht in der bundesdeutschen
Botschaft Prag. Wochenlang harrten sie im Palais Lobkowicz aus. Am
30. September wurde ihre Ausreise verkündet: ein Moment der
Hoffnung im Umbruch der DDR.
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Beschreibung
vor 2 Monaten
"Wir sind zu Ihnen gekommen, um Ihnen mitzuteilen, dass heute Ihre
Ausreise ..." Der damalige Bundesaußenminister Hans-Dietrich
Genscher wird von einem gewaltigen Jubelschrei unterbrochen. 5.000
Personen im Garten des Palais Lobkowicz - der bundesdeutschen
Botschaft in Prag - geben ihren Gefühlen freien Lauf. Der Lärm
verschluckt das Satzende: "dass heute Ihre Ausreise möglich
geworden ist." Es war der 30. September 1989. Kaum verließen die
ersten Flüchtlinge das Gelände der Botschaft mit Zügen in Richtung
Bundesrepublik, kamen immer mehr Menschen aus der DDR, um über Prag
in den Westen auszureisen. Einige von ihnen hielten sich wochenlang
auf dem Gelände der BRD-Botschaft auf. Insgesamt sollen es über
70.000 Menschen gewesen sein, die auf diesem Weg die DDR verließen,
so der Botschafter Hermann Huber. In den Tagen der Belagerung
befürchtete der damalige Hausherr, dass unter den katastrophalen
hygienischen Bedingungen Seuchen ausbrechen. Erst als am 3.
November die tschechoslowakische Regierung DDR-Bürgern, die sich in
der bundesdeutschen Botschaft aufhielten, die direkte Ausreise über
ihre Grenzen erlaubte, entspannte sich die Situation im Palais
Lobkowicz.
Feature von Tobias Barth:
Tobias Barth (1970-2026) arbeitete als Industriekletterer und in
Umweltprojekten, lernte Tischler und studierte Medienwissenschaft,
Germanistik und Theaterwissenschaft in Leipzig und Basel. Seit 1997
arbeitet er als freier Autor, Regisseur und Produzent. Am 28.
Februar 2026 verstarb unser Kollege, Freund und Gefährte im Garten
eines Freundes an einem Herzinfarkt.
Regie: Sabine Ranzinger
Produktion: MDR/WDR 1999
Ausreise ..." Der damalige Bundesaußenminister Hans-Dietrich
Genscher wird von einem gewaltigen Jubelschrei unterbrochen. 5.000
Personen im Garten des Palais Lobkowicz - der bundesdeutschen
Botschaft in Prag - geben ihren Gefühlen freien Lauf. Der Lärm
verschluckt das Satzende: "dass heute Ihre Ausreise möglich
geworden ist." Es war der 30. September 1989. Kaum verließen die
ersten Flüchtlinge das Gelände der Botschaft mit Zügen in Richtung
Bundesrepublik, kamen immer mehr Menschen aus der DDR, um über Prag
in den Westen auszureisen. Einige von ihnen hielten sich wochenlang
auf dem Gelände der BRD-Botschaft auf. Insgesamt sollen es über
70.000 Menschen gewesen sein, die auf diesem Weg die DDR verließen,
so der Botschafter Hermann Huber. In den Tagen der Belagerung
befürchtete der damalige Hausherr, dass unter den katastrophalen
hygienischen Bedingungen Seuchen ausbrechen. Erst als am 3.
November die tschechoslowakische Regierung DDR-Bürgern, die sich in
der bundesdeutschen Botschaft aufhielten, die direkte Ausreise über
ihre Grenzen erlaubte, entspannte sich die Situation im Palais
Lobkowicz.
Feature von Tobias Barth:
Tobias Barth (1970-2026) arbeitete als Industriekletterer und in
Umweltprojekten, lernte Tischler und studierte Medienwissenschaft,
Germanistik und Theaterwissenschaft in Leipzig und Basel. Seit 1997
arbeitet er als freier Autor, Regisseur und Produzent. Am 28.
Februar 2026 verstarb unser Kollege, Freund und Gefährte im Garten
eines Freundes an einem Herzinfarkt.
Regie: Sabine Ranzinger
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