Gedanken von Nacktschnecke und Borstentier

Gedanken von Nacktschnecke und Borstentier

vor 2 Wochen
1 Stunde 27 Minuten
Podcast
Podcaster

Beschreibung

vor 2 Wochen

In dieser Folge sprechen Claudi und Anja mit zwei Tieren, die auf
sehr unterschiedliche Weise etwas über das Leben im Jetzt zu
sagen haben.


Zuerst mit einer Nacktschnecke, genauer gesagt einem
Bierschnegel, der mit seiner Sippe auf einem Balkon lebt und dort
bei seinen Kriechereien allabendlich ein großes Risiko in Kauf
nimmt, denn im Dunkeln sind Schnegel auf Fliesen nun einmal nicht
besonders auffällig. Die Menschen vor Ort geben sich alle Mühe,
vorsichtig zu sein, trotzdem bleibt das nächtliche Überleben für
einen Balkon-Schnegel naturgemäß eine heikle Angelegenheit. Umso
überraschender ist die lässige Haltung, mit der dieser Schnegel
auf die Dinge blickt: mit Sinn für Genuss, Gegenwart und die
Entscheidung, sich nicht von jeder möglichen Katastrophe den Tag
verderben zu lassen.


Dann sprechen wir mit Helga, einem Schwein, das vor der drohenden
Schlachtung aus einem Ferkelproduktionsbetrieb gerettet wurde,
also einem jener Systeme , in denen Tiere nicht als fühlende
Wesen existieren, sondern als Einheiten in einer grausamen
Produktionslogik. Nun darf Helga auf einem Lebenshof alt werden .
Dort zeigte sich, dass das als nicht mehr produktionsfähig
ausgemusterte Tier tatsächlich doch noch einmal unbemerkt
schwanger war. Für Helga bedeutete diese Rettung also nicht nur,
selbst dem Tod zu entkommen, sondern auch etwas erleben zu
dürfen, das ihr in der brutalen Welt, aus der sie kam, niemals
vergönnt gewesen wäre: Ihre Kinder zu behalten und bei sich
aufwachsen zu sehen. Im Schnabel-Gespräch erzählt sie von diesem
Glück.


Schnegel und Schwein machen auf sehr unterschiedliche Weise
deutlich, wie viel Weisheit in Wesen steckt, denen Menschen oft
nicht einmal ein volles Innenleben zugestehen.



15
15
Close