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Beschreibung
vor 2 Monaten
In der Literaturgeschichte hat die Einfühlung in Täter:innen mit
den Mitteln der Kunst eine lange Tradition. Dies bedeutet jedoch
nicht, dass die literarische Auseinandersetzung mit Täter:innen
zwingend zur Anerkennung von Unrecht, Entschuldigung, Entlastung
oder gar zu einer Täter-Opfer-Umkehr führen muss. Gerade
Marcel Beyers Roman Flughunde über die Familie
des NS-Propagandaministers Goebbels und Nora
Bossongs Reichskanzlerplatz, der Magda Goebbels ins
Zentrum stellt, verdeutlichen, dass die Annäherung an Täter:innen
in der Literatur auf eine Weise möglich ist, die eine komplexere,
über Einzeltäter:innen hinausgehende Perspektive auf Schuld und
Verantwortung ermöglicht. Aber warum erzählen wir uns überhaupt
Geschichten über Täter:innen, welche soziale und moralische
Funktion erfüllen sie? Was ist die ‚Aufgabe‘ der Literatur in
diesem Zusammenhang? Und wie weit reicht ihre
Autonomie?
Der Literaturwissenschaftler Sebastian Schönbeck
moderiert die Lesung der beiden Autor:innen und führt das
anschließende Gespräch mit ihnen.
Die Lesung war Teil des Workshops "A Case for Empathy? Facing the
Perpetrator in Literature, Culture, and History", den die
Literaturwissenschaftlerin Saskia Fischer
(Hannover) am ZiF veranstaltet hat.
Links:
Marcel Beyer
Nora Bossong
Sebastian Schönbeck
Saskia Fischer
Workshop "A Case for Empathy?"
Literatur:
Nora Bossong: Reichskanzlerplatz, Berlin 2024
Marcel Beyer, Flughunde, Frankfurt 1996
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