Episode #24: Täter:innen in der Literatur
Lesung und Gespräch mit Sebastian Schönbeck, Marcel Beyer und Nora
Bossong
1 Stunde 9 Minuten
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Beschreibung
vor 5 Tagen
In der Literaturgeschichte hat die Einfühlung in Täter:innen mit
den Mitteln der Kunst eine lange Tradition. Dies bedeutet jedoch
nicht, dass die literarische Auseinandersetzung mit Täter:innen
zwingend zur Anerkennung von Unrecht, Entschuldigung, Entlastung
oder gar zu einer Täter-Opfer-Umkehr führen muss. Gerade Marcel
Beyers Roman Flughunde über die Familie des
NS-Propagandaministers Goebbels und Nora Bossongs
Reichskanzlerplatz, der Magda Goebbels ins Zentrum stellt,
verdeutlichen, dass die Annäherung an Täter:innen in der
Literatur auf eine Weise möglich ist, die eine komplexere, über
Einzeltäter:innen hinausgehende Perspektive auf Schuld und
Verantwortung ermöglicht. Aber warum erzählen wir uns überhaupt
Geschichten über Täter:innen, welche soziale und moralische
Funktion erfüllen sie? Was ist die ‚Aufgabe‘ der Literatur in
diesem Zusammenhang? Und wie weit reicht ihre
Autonomie?
Der Literaturwissenschaftler Sebastian Schönbeck
moderiert die Lesung der beiden Autor:innen und führt das
anschließende Gespräch mit ihnen.
Links:
Marcel Beyer
Nora Bossong
Sebastian Schönbeck
Literatur:
Nora Bossong: Reichskanzlerplatz, Berlin 2024
Marcel Beyer, Flughunde, Frankfurt 1996
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