S2 E17 - Die mit der CSRD 2026: Fast & Voluntary

S2 E17 - Die mit der CSRD 2026: Fast & Voluntary

37 Minuten

Beschreibung

vor 2 Tagen

CSRD Omnibus - wo stehen wir nun 2026?


Der EU-Rat hat am 24. Februar 2026 die Omnibus-Richtlinie
verabschiedet. Neue Schwellenwerte: mehr als 1.000 Mitarbeitende
und mehr als 450 Millionen Euro Umsatz. Wer darunter liegt, ist
raus aus der direkten CSRD-Pflicht. Geschätzte 80 Prozent der
ursprünglich betroffenen Unternehmen.


Gleichzeitig: Die überarbeiteten ESRS existieren noch als
Entwurf. Der delegierte Rechtsakt der EU-Kommission kommt
frühestens Mitte 2026. Deutschland hat bis heute kein nationales
Umsetzungsgesetz. Und eure Großkunden schicken trotzdem
Lieferkettenanfragen. Mit Excel. 47 Spalten. Frist: Ende des
Monats.


In dieser Folge gehe ich alle realistischen Optionen durch ohne
Schönfärberei.


VSME – der freiwillige KMU-Standard, den die
EU-Kommission im Juli 2025 empfohlen hat. Klingt praktisch. Hat
keine externe Prüfpflicht. Ist noch nicht stabil. Und kann sehr
schnell zum Instrument werden, mit dem man sich selbst auf die
Schulter klopft, ohne dass irgendjemand nachschaut.


VSME-Plus/Extra/Deluxe/Ultra – die Idee, den
VSME mit freiwilligen (ESRS)-Elementen anzureichern. Doppelter
Aufwand, halbe Legitimität. Ich erkläre, warum das meistens eine
schlechte Idee ist.


GRI – der älteste und international
anerkannteste Standard. Seit den 90ern dabei, überlebt hat er
alles. Für wen er sinnvoll ist und für wen nicht.


ISSB – die IFRS-Standards S1 und S2. Stark in
Nordamerika, Großbritannien, Asien. Arbeitet mit finanzieller
Wesentlichkeit statt Double Materiality. Wer internationale
Investoren hat oder will, sollte das zumindest kennen.


Freiwillig nach CSRD/ESRS – der aufwändigste
Weg. Und wahrscheinlich der ehrlichste. Was er kostet und was er
bringt.


Gar nichts – die Option, die gerade viele still
in Betracht ziehen. Ich sage, wann das legitim ist und wann es
ein strategischer Fehler ist, den man in zwei Jahren bereut.


Dazu bringe ich einen Entscheidungsbaum mit drei Fragen, damit
ihr am Ende der Folge wisst, welche Option zu eurer Situation
passt. Nicht als universelle Wahrheit, sondern als Orientierung
in einem Regulierungsumfeld, das gerade wirklich niemand
vollständig überblickt. Auch die Berater nicht, auch wenn sie es
anders klingen lassen.


Und am Ende noch mal das wesentlichiste: Ein
Nachhaltigkeitsbericht ist ein Nebenprodukt. Er ist das Ergebnis
von Arbeit und nicht die Arbeit selbst. Wer die Regulierungspause
nutzt, um weniger zu tun, verwechselt Compliance mit Substanz.
Die Frage ist nicht, welchen Standard ihr nehmt. Die Frage ist,
was ihr euren Enkeln erzählt, wenn sie fragen, was ihr 2026
gemacht habt, als ihr kurz Luft holen durftet.





Shownotes:



Omnibus-Richtlinie (EU) 2026/470 – offizieller
Ratstext:
https://eur-lex.europa.eu/legal-content/DE/TXT/?uri=CELEX:32026L0470


EFRAG – Konsultationsentwürfe überarbeitete ESRS (Dez.
2025):
https://www.efrag.org/en/draft-simplified-esrsEU-Kommission
– VSME-Empfehlung (Juli 2025):
https://ec.europa.eu/finance/docs/law/250730-recommendation-vsme_de.pdf


GRI – Offizielle Standards-Übersicht:
https://www.globalreporting.org/standardsISSB – IFRS S1
und S2:
https://www.ifrs.org/groups/international-sustainability-standards-board

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