Politik hat den Mut verloren - Engelberg & Susanne Riess-Hahn
23 Minuten
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vor 2 Tagen
Warum wirkt Politik heute so schwach, so taktisch, so abgehoben?
In dieser Folge von "Engelberg & … – Gespräche, die in die
Tiefe gehen" spricht Susanne Riess-Hahn ungewöhnlich offen über
den Zustand der Demokratie, den Verlust von Reformmut und die
wachsende Kluft zwischen Parteien und Bürgern. Es geht um die
Unattraktivität politischer Karrieren, um Frustwähler, um den
Aufstieg der Ränder, um Social Media als Machtfaktor und um die
gefährliche Frage, was passiert, wenn demokratische Systeme ihre
Legitimation verlieren.
Die Demokratie verliert dort an Kraft, wo Parteien keinen Mut
mehr zu unpopulären Entscheidungen haben, kein klares Profil
zeigen und den Kontakt zur Lebensrealität der Menschen verlieren.
Susanne Riess-Hahn beschreibt Politik als Feld, das für
leistungsstarke Menschen aus Wirtschaft und Praxis immer
unattraktiver wird. Sie kritisiert die Verengung auf
Berufspolitik, das Versagen traditioneller Parteien bei der
Einbindung junger Menschen und die fehlende Bereitschaft zu
Strukturreformen. Martin Engelberg legt den Finger zusätzlich auf
den medialen Wandel: Wer heute politisch erfolgreich sein will,
muss nicht nur senden, sondern permanent in Kontakt mit den
Menschen stehen.
Susanne Riess-Hahn ist Generaldirektorin der Wüstenrot Gruppe und
war Vizekanzlerin von Österreich
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