Glaubet an das Licht, Joh 12,34-36

Glaubet an das Licht, Joh 12,34-36

1983
20 Minuten
Podcast
Podcaster

Beschreibung

vor 4 Tagen

Die Predigt stellt einen zentralen Konflikt des christlichen
Glaubens heraus: Unsere Erwartungen an einen starken,
erfolgreichen Messias treffen auf den gekreuzigten Christus. Die
Menschen zur Zeit Jesu – und wir bis heute – hoffen auf schnelle
Lösungen, auf eine Welt ohne Leid, Konflikte und Ungerechtigkeit.
Jesus aber wählt einen anderen Weg: den Weg durch das Kreuz.


Das Kreuz durchkreuzt unsere Vorstellungen von Erfolg und
unmittelbarer Veränderung. Es ist keine Vertröstung, sondern
Gottes tiefere, langfristige Antwort auf das Elend der Welt.
Nicht die äußeren Verhältnisse werden zuerst geändert, sondern
ihre Wurzel. Erst durch den Tod hindurch kann wirklich Neues
entstehen.


Auffällig ist, dass Jesus die Fragen der Menschen nicht
beantwortet. Die Predigt deutet das so: Es gibt eine Zeit des
Fragens – und einen Punkt, an dem genug verstanden ist. Dann
werden weitere Fragen zur Abwehr einer Entscheidung. Glaube
bedeutet nicht, alle Antworten zu haben, sondern mit offenen
Fragen leben zu können.


Schließlich betont Jesus: Das Licht ist nur für eine begrenzte
Zeit da. Glaube ist nicht jederzeit möglich und nicht beliebig
verschiebbar. Er entsteht aus der Begegnung mit Christus – und
wenn diese geschieht, fordert sie eine Antwort. Das Kreuz
markiert dabei das Ende unserer Selbstbestimmung und den Anfang
eines vertrauenden Glaubens.




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