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  4. Die richtigen Verpflichtungen eingehen - Nehemia 9-10
In Nehemia 9 kommt das Volk Israel zu
einem Fastentag zusammen. Noch wenige Tage zuvor war ihnen das
Trauern verboten worden (Nehemia 8), weil das Volk zunächst die
Freude über Gottes Wort lernen sollte. Nun aber ist die Zeit
gekommen, ihre Schuld vor Gott zu bringen. Drei Zeichen der
Trauer werden genannt: Fasten, Trauersack und Erde
auf dem Kopf.

Fasten ist ein bewusster Verzicht auf
Essen, um zu zeigen, dass die Begegnung mit Gott wichtiger ist
als alles andere. Jesus betont in Matthäus 6,17–18, dass Fasten
nicht zur Schau gestellt werden soll, sondern vor Gott geschieht.
Für uns kann es bedeuten, bewusst Zeit und Dinge zur Seite zu
legen, um uns auf Gott auszurichten. Interessant ist dabei der
Gedanke aus 2. Samuel 24,24, als David sagt, dass er Gott nichts
opfern will, was ihn nichts kostet. Wahre Hingabe hat immer auch
einen Preis.

Der Trauersack war ein raues
Kleidungsstück, das ständig daran erinnerte, dass man sich in
einer Zeit der Buße befand. Ähnlich wie ein sichtbares Zeichen
trug man die Trauer bewusst am Körper. Die Erde auf
dem Kopf war ein äußeres Zeichen der Demut und
Trauer vor anderen Menschen.

Dann geschieht etwas Entscheidendes: Das Volk trennt sich von den
fremden Völkern und bekennt seine Sünden sowie die Schuld seiner
Väter. Einen Vierteltag lang wird aus dem Gesetz Gottes
vorgelesen und einen weiteren Vierteltag bekennen sie ihre
Sünden. Das Hören auf Gottes Wort führt
zur Sündenerkenntnis.

Darauf folgt in Nehemia 9 das längste Gebet der
Bibel. Es beginnt mit Lobpreis. Gott wird zuerst für
seine Schöpfung gepriesen: Er hat Himmel, Erde und Meer
geschaffen und allem Leben gegeben. Damit erinnert das Gebet
daran, dass Gottes Größe schon in der Schöpfung sichtbar ist
(vgl. Römer 1,20).

Dann geht das Gebet durch die gesamte Geschichte Israels: von
Abraham über den Auszug aus Ägypten, die Wüstenwanderung, die
Gabe des Gesetzes bis zur Einnahme des Landes. Immer wieder wird
Gottes Treue und Geduldbetont. Selbst als
das Volk ungehorsam war – etwa beim goldenen Kalb oder in der
Zeit der Richter – blieb Gott barmherzig und rettete sie immer
wieder. Ein großer Teil des Gebets zeigt Gottes Treue gerade in
Zeiten der Zucht und des Gerichts.

Erst am Ende kommt eine Bitte: dass Gott das Leid seines Volkes
nicht übersehen möge. Bemerkenswert ist, wie viel Zeit im Gebet
auf Lobpreis, Erinnerung an Gottes Handeln und Schuldbekenntnis
verwendet wird – und wie wenig auf konkrete Bitten.

Als Antwort auf diese Erkenntnis treffen die Israeliten
in Nehemia 10 eine verbindliche
Entscheidung. Sie halten ihre Verpflichtung schriftlich fest und
versiegeln sie. Führer, Priester, Leviten und schließlich das
ganze Volk schließen sich an. Rechenschaft und gemeinschaftliche
Verpflichtung spielen dabei eine wichtige Rolle.

Das Volk verpflichtet sich besonders in drei
Bereichen zur Treue gegenüber Gott:

Treue in Beziehungen – Sie wollen ihre
Kinder nicht mit fremden Völkern verheiraten, um ihren Glauben
nicht zu vermischen. Für Christen bedeutet das heute, dass unsere
Beziehungen ebenfalls unter Gottes Herrschaft stehen sollen.

Treue im Umgang mit Geld und Arbeit – Sie
verpflichten sich, den Sabbat zu achten und keine Geschäfte zu
machen, die Gottes Gebote umgehen. Wirtschaftlicher Gewinn soll
nicht über Gottes Willen stehen.

Treue in der Unterstützung von Gottes
Werk – Sie sorgen für den Tempeldienst durch Opfer,
Zehnten und Erstlingsgaben. Sie wollen sicherstellen, dass das
Haus Gottes nicht vernachlässigt wird.

Am Ende steht der Satz: „Wir wollen das Haus unseres
Gottes nicht vernachlässigen.“

Im Neuen Bund ist der Tempel nicht mehr ein Gebäude
– wir selbst sind der Tempel des Heiligen
Geistes. Die Frage lautet deshalb heute: Sind wir
bereit, unser Leben Gott neu hinzugeben und uns bewusst zu
verpflichten, diesen Tempel nicht zu vernachlässigen?
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„Die richtigen Verpflichtungen eingehen - Nehemia 9-10“

Worum geht es? Danach fragen wir noch nach dem Grund.

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