(Wissenschaftliches) Cherry Picking im Hundetraining
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vor 6 Tagen
Kürzlich habe ich unter einem Beitrag vom Deutschen
Tierschutzbund eine Diskussion zwischen Hundetrainer:innen und
Hundemenschen gelesen. Dort wurde mehrfach behauptet: Positive
Trainer:innen würden bezüglich Studien "Cherry Picking"
betreiben. Also nur jene Studien anführen, die pro positives
Training seien. Das suggeriert jedoch, dass es viele Studien
gibt, die zeigen: Aversive Methoden seien okay und würden zum
Beispiel das Tierwohl nicht beeinflussen.
Also habe ich mal intensiv recherchiert: Gibt es solche Studien?
Und wenn ja, was sagen die aus?
Dabei habe ich für die Recherche Google Scholar, Science Direct,
PLOS sowie 2 KIs (ChatGPT und Perplexity) verwendet, wobei ich
absichtlich ein Notebook verwendet habe, wo ich die KIs noch nie
gebraucht habe. Zusätzlich habe ich den Google
Chrome-Inkognito-Modus verwendet, damit mich die KIs nicht
kannten.
Was waren nun die Ergebnisse?
Kurz gesagt: Es gibt einzelne Studien, die keinen Einfluss von
aversiven Methoden (wie physische Strafen oder Stromhalsbänder)
auf das Tierwohl feststellen konnten. Dies sind folgende
Arbeiten:
Christiansen, Bakken & Braastad, 2001
Steiss et al, 2007
Schalke et al, 2007
Salgirli et al, 2012
Johnson & Wynne, 2024
Zudem wird sehr oft das Review von Fernandes et al (2017) als
Beleg angeführt, dass aversive Methoden nachweislich (!) keinen
Einfluss auf das Tierwohl habe.
In dieser Folge gehe ich nun auf diese Arbeiten ein, erkläre
kurz, was da untersucht wurde und was die Resultate gewesen sind.
Danach untersuche ich, ob es wirklich weniger Studien gibt, die
ein gegenteiliges Resultat - aversive Methoden beeinflussen das
Tierwohl negativ - zu Tage gefördert haben.
Und zum Schluss gehe ich noch kurz auf den Vorwurf des Bias ein,
der auch die Studiendesigns betrifft.
Oder, mit den Worten eines tollen Trainerkollegen (folgt ihm auf
Instagram: @ffoxandelephant!) gesagt: "Hundetraining ist kein
Glaubenskrieg. Sondern angewandte Verhaltensbiologie."
QUELLEN
Sämtliche aufgelistete Studien, die einen negativen Effekt von
aversiven Methoden auf das Tierwohl vermuten lassen, findest du
in meinen Story-Highlights auf meinem Instagram-Account.
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