Kürzlich habe ich online eine Diskussion gelesen zwischen zwei Hundemenschen. Dabei ging es um "traumatische Erfahrungen" bei Hunden und darum, ob Hunde ein "Trauma haben" können. Eine Person meinte, dass dies belegt und somit möglich sei. Die andere Person hingegen schrieb, dass dies Vermenschlichung sei.
Diese Folge handelt genau von diesem Thema: Trauma beim Hund.
Wir gehen also der Frage nach, ob Hunde traumatisiert werden können und wenn ja, was dies alles für uns, unsere Hunde und unser Training bedeuten kann. Ich gehe allerdings nicht selbst diesem Thema auf den Grund, sondern habe mir dazu eine Expertin eingeladen: Die wunderbare Dr. Sandra Foltin.
SANDRA FOLTIN
hat zusammen mit Kolleg:innen 2026 eine Arbeit zum Thema trauma-bezogene Stressreaktionen von Hunden im Krieg in der Ukraine publiziert. Neben Jura und Psychologie in den USA studierte Sandra später Biologie in Deutschland und promovierte zum Thema Verhalten und Kognition von Hunden. Darüber hinaus ist sie ausgebildete Tierphysiotherapeutin. Sie hat mehrere Initiativen gegründet, um tiergestützte Arbeit auf eine seriöse, wissenschaftlich fundierte und ethisch verantwortliche Basis zu stellen, u.a. den gemeinnützigen Verein animal-advocate e.V. sowie das Bildungs- und Ausbildungszentrum TTA-NRW. Sie ist zudem Referentin und Webinarleiterin, wissenschaftliche Beirätin beim Qualitätsnetzwerk Schulbegleithund e.V., Vorstandsmitglied der ESAAT (European Society for Animal Assisted Therapy) und Mitglied bei IAHAIO. Sie hat mehrere Bücher und zahlreiche wissenschaftliche Fachpublikationen veröffentlicht.
Zu Sandra's Buch "Black Dog"
Zu Sandra's Buch "Dickes Fell?"
INHALTSHINWEIS
In dieser Folge sprechen wir über Trauma bei Hunden und thematisieren dabei unter anderem belastende Ereignisse wie Naturkatastrophen und Krieg. Wenn dich solche Themen aktuell stark belasten, entscheide bitte selbst, ob und wann du diese Folge hören möchtest.
ERWÄHNTE STUDIEN UND PAPERS
(zu finden auf www.scholar.google.com)
Adda, Marco. "Wellness or hellness? Rediscussing free-ranging dogs welfare." Multispecies Communities and Narratives; Frasin, I., Bodi, G., Bulei, S., Vasiliu, CD, Eds (2024): 5-43.
Corridan, Claire Lorraine, Susan E. Dawson, and Siobhan Mullan. "Potential benefits of a ‘trauma-informed care’approach to improve the assessment and management of dogs presented with anxiety disorders." Animals 14.3 (2024): 459.
Foltin, Sandra, et al. "War exposure and canine cortisol responses: Country differences in cortisol profiles of therapy dogs." Animals 16.3 (2026): 381.
Foltin, Sandra, Svitlana Kostenko, and Lisa Maria Glenk. "Dog-Assisted Interventions Reduce Salivary Cortisol in Ukrainian Military Personnel with Post-Traumatic Stress Disorder (PTSD): A Pilot Study." Psychiatry International 7.3 (2026): 101.
Nagasawa, Miho, Kazutaka Mogi, and Takefumi Kikusui. "Continued distress among abandoned dogs in Fukushima." Scientific Reports 2.1 (2012): 724.
Riemer, Stefanie, et al. "A review on mitigating fear and aggression in dogs and cats in a veterinary setting." Animals 11.1 (2021): 158.
Salden, Sofie, et al. "Disaster response and its aftermath: A systematic review of the impact of disaster deployment on working dogs." Applied Animal Behaviour Science 265 (2023): 105987.
Spatola, Gabriella J., et al. "The dogs of Chernobyl: Demographic insights into populations inhabiting the nuclear exclusion zone." Science Advances 9.9 (2023): eade2537.
Yamamoto, Toshio. "Unusual behaviour and a post-traumatic stress-like syndrome (PTSD) in dogs after a vigorous earthquake on a seismic scale of 5+." (2003): 535-541.
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