#48 Die Welt ohne Amerika - Der Behaimglobus

#48 Die Welt ohne Amerika - Der Behaimglobus

47 Minuten

Beschreibung

vor 1 Woche
Mit Daniel Hess:

Wer verstehen will, wie die Menschen am Beginn der Neuzeit auf
die Welt geblickt haben, der sollte sich den Behaim-Globus
anschauen.


1493 holte sich der Nürnberger Kaufmann Martin Behaim den Auftrag
der Stadt Nürnberg, eine Weltkugel herzustellen. Der Globus
hat einen Durchmesser von 51 cm. Darauf bildeten Nürnberger
Experten die Geografie der damals bekannten Welt ab.


In dem Jahr, in dem der Behaim-Globus der Öffentlichkeit
präsentiert wurde, teilten Portugal und Spanien die damals
bekannte Welt unter sich auf. Der Papst protokollierte 1494 im
Vertrag von Tordesillas die Aufteilung der Welt. Die Welt links
eines bestimmten Längengrades stand Spanien zu (das war im
Wesentlichen der amerikanische Kontinent) und die Welt rechts
davon (Afrika, Asien und Indien) fiel an Portugal. Da hatte die
Kolonialzeit schon begonnen. Der Behaimglobus zeigt, dass auch
die deutschen Händler ihren Anteil daran hatten. Minutiös sind
die Waren eingezeichnet, die man an den verschiedenen Orten der
Welt kaufen erwerben kann.


Über die Anfangszeiten der europäischen Expansion und die Rolle
Nürnbergs als europäischer Handelstadt spreche ich mit Prof.
Daniel Hess dem Generaldirektor des Germanischen Nationalmuseums
in Nürnberg.


Die handelnden Personen in dieser Folge:


Martin Behaim (1449-1507), Nürnberger Kaufmann,
der am portugiesischen Hof Karriere machte, holte sich 1493 von
der Stadt Nürnberg den Auftrag, einen Globus herstellen zu lassen
und die Waren der Welt darain zu verzeichnen. Der Behaimglobus
ist der Werke aus der Wiege des Buchdrucksälteste erhaltene
Globus der Welt.


Heinrich der Seefahrer (1394-1460),
portugiesischer Prinz, der es sich zur Aufgabe gemacht hatte, die
Westküse Afrikas mit Segelschiffen zu erkunden. Er selbst blieb
immer am Land, war aber ein wichtiger Initiator der europäischen
Expansion.


Bartholomeu Dias (1450-1500), portugiesischer
Kapitän, der als erster Europäer die Südspitze Afrikas unsegelte
und damit den Seeweg nach Indien entdeckte.


Hartmann Schedel (1440-1514), deutscher Arzt und
Gelehrter, der 1493 in Nürnberg eine Weltchronik publizierte. Sie
erzählte die damals bekannte Geschichte der Welt bis in die
Gegenwart. Die 700 Seiten starke illustrierte Weltgeschichte ist
eines der bedeutensten Werke aus der Wiege des Buchdrucks.


Albrecht Dürer (1471-1528), der berühmteste
deutsche Renaissance-Künstler lebte in Nürnberg. Dort fertigte er
den berühmten Holzschnitt eines Rhinozeros an, ohne ein solches
Tier je gesehen zu haben.


Christoph Columbus (1451-1506), im Auftrag der
spanischen Krone entdeckte der Seefahrer 1492 Amerika. Bis zu
seinem Tod wußte er nicht, dass es sich um einen unbekannten
Kontinent handelte. Er starb in dem Glauben, den Seeweg nach
Indien entdeckt zu haben.


Amerigo Vespucci (1454-1512), der Italienische
Kaufmann und Seefahrer erkundete die Ostküste Amerikas und
stellte als erster fest, dass es sich um einen eigenen Kontinent
handelt. Deshalb ist der Kontinent nach ihm benannt.


Marco Polo (1254-1326), venezianischer
Reisekaufmann. Zwei Jahrzehnte lang bereiste er Asien. Seine
Lebenserinnerungen inspirierten Kartographen und Entdecker noch
viele Jahrhunderte später.


Batholomé de las Casas (1484-1566), spanischer
Theologe, der als erster die Misshandlung der indigenen Völker in
den spanischen Kolonien anprangerte.


Michel de Montaigne (1533-1592), französischer
Philosoph und Schriftsteller.


Das Goethe-Institut bietet diese Podcastserie auf seiner
Plattform "Deutschstunde" an.


"Wer wir sind und warum das nicht klappte..." ist Teil der
Netzwerke Wissenschaftspodcasts.de, #Historytelling und
Mittelalter.digital.


#Mittelalter #Deutschland # Westeuropa #Europa

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