OWF-Gründer Nehring: den Osten zur Pionierregion machen

OWF-Gründer Nehring: den Osten zur Pionierregion machen

52 Minuten

Beschreibung

vor 1 Tag
Frank Nehring, Verleger sowie Gründer und Präsident des
Ostdeutschen Wirtschaftsforums OWF beschreibt die aktuelle
wirtschaftliche Lage in Ostdeutschland als einen Aufholprozess, der
momentan aufgrund der allgemeinen Stagnation in Deutschland etwas
ins Stocken geraten ist. Zwar konnte das Bruttoinlandsprodukt (BIP)
je Erwerbstätigen gesteigert werden, doch der Weg zur vollständigen
Angleichung bleibe herausfordernd. Besonders die chemische
Industrie leide massiv unter den hohen Energiepreisen, während der
Maschinenbau leichte Hoffnungssignale durch gefüllte Auftragsbücher
sende. Ein wesentliches strukturelles Hemmnis bleibe das Fehlen von
Konzernzentralen und der damit verbundenen Forschung und
Entwicklung. Die ostdeutsche Wirtschaft sei nach wie vor extrem
kleinteilig geprägt. Gleichzeitig verfügten diese Firmen noch immer
über keinen großen Kapitalstock, und eine über Generationen
gewachsene Familientradition fehle. In diesem Zusammenhang
thematisiert er auch eine kulturelle Hürde: Der Wachstumsbegriff
sei oft nicht Teil der „Basis-DNA“ vieler Unternehmer, da viele
Betriebe ursprünglich eher zur persönlichen Existenzsicherung als
zur Expansion gegründet worden seien. Trotz dieser Defizite gebe es
bedeutende Lichtblicke durch Großansiedlungen. Unternehmen wie
Tesla in Brandenburg, CATL in Thüringen oder TSMC in Sachsen, die
als technologische Anker wirkten. Um die Region voranzubringen,
plädiert Nehring dafür, Ostdeutschland als „Zukunftslabor“ zu
begreifen. Er unterstütze Initiativen der ostdeutschen
Ministerpräsidenten, die Region als Testfeld für schnellere
Planungs- und Genehmigungsverfahren zu etablieren, ähnlich den
Sonderregeln in der Nachwendezeit. Ziel sei es, zur „Pionierregion“
zu werden, anstatt in einem rückwärtsgewandten
„Gerechtigkeitsdisput“ oder einer Opferrolle zu verharren. Eine
zentrale Rolle spiele dabei die Vernetzung wie das Ostdeutsche
Wirtschaftsforum (OWF). Solche Plattformen dienten nicht nur dem
politischen Diskurs, sondern schafften durch persönliche
Begegnungen konkrete Impulse für Kooperationen zwischen Start-ups,
Finanziers und etablierten Unternehmen. Nehring betont, dass die
ostdeutschen Länder selbst aktiver werden müssten, anstatt nur auf
Unterstützung durch die Bundesregierung zu warten. Eine positive
Grundstimmung und die Besinnung auf die besondere Verbundenheit im
Osten seien entscheidend, um die Zukunftsfähigkeit der Region zu
sichern.

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