#59 - Chronischer Weltschmerz

#59 - Chronischer Weltschmerz

1 Stunde 10 Minuten

Beschreibung

vor 1 Woche

Wie zerbricht man nicht an einer andauernd überfordernden Welt?
Ausgehend von einem wieder eingeklemmten Nerv, einem kurzen
Ausflug in die Chroniken einer chronischen Schmerzpazientin gehen
wir heute mal ausgehend von einer politisch‑soziologischen
Perspektive auf Kapitalismus und Patriarchat darauf ein, wie
Dauererschöpfung (besonders für FLINTA*) funktioniert und warum
„nicht zerbrechen“ auch eine Form widerständiger Praxis sein kann
– bei aller Reflexion über eigenes Privileg.


Zentral ist dabei Audre Lorde: Wir sprechen
darüber, was Selfcare in ihrem Sinne als Überlebensstrategie
bedeutet, wie ihr berühmter Satz neoliberale vereinnahmt wurde
und wieso es gefährlich ist, strukturelle Gewalt in individuelles
„Du hast nicht genug auf dich geachtet“ zu verwandeln.


Die „Frage für eine Freundin“ diese Woche behandelt das Problem
einer Zuhörermaus, deren enge Freundin bei ihren seltenen Treffen
permanent am Handy oder der Smartwatch hängt und so die
gemeinsame Zeit kaum bewusst mitbekommt. Ich spreche darüber,
warum dieses Verhalten (Stichwort „Phubbing“) so weh tun kann,
welche psychologischen und gesellschaftlichen Mechanismen
potentiell dahinterstecken und warum sich echte Nähe dadurch
verliert. Außerdem geht es darum, wie man so etwas in
Freundschaften liebevoll, aber klar ansprechen, handyfreie Inseln
vereinbaren und die eigenen emotionalen Grenzen wahren kann, ohne
gleich in Vorwürfe oder Drama zu rutschen.


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