Cold Case aus der Steinzeit: Die Schamanin von Dürrenberg

Cold Case aus der Steinzeit: Die Schamanin von Dürrenberg

vor 3 Monaten
Die Schamanin von Bad Dürrenberg sah Geister, heilte Schmerzen, und sie war schwarz. Den 9.000 Jahre alten Fall rollt die Forschung neu auf. Was sie entdeckt, bringt das Bild von den Europäern der Steinzeit ins Wanken.
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Beschreibung

vor 3 Monaten
Es ist der 4. Mai 1934. Am Ufer der Saale in Bad Dürrenberg,
Sachsen-Anhalt, eilt Grabungstechniker Henning zu einer
tumultartigen Notgrabung. Beim Kanalschachten im Kurpark waren
Arbeiter an der Gradiermauer auf ein Grab gestoßen. Für den Tag
darauf plant der Kurpark ein Volksvergnügen. Hektisch birgt er das
Skelett, kritzelt mit Bleistift den Fundort auf einen Zettel und
lässt die Grube zuschütten.

Im Museum für Frühgeschichte Halle attestieren zwei überzeugte
Nationalsozialisten eine Sensation: Das Skelett sei ein weißer
Mann, beerdigt zur Bronzezeit vor Tausenden Jahren - der Archetyp
des Ariers, entdeckt in mitteldeutscher Heimaterde! Sie
veröffentlichen ihre Theorie vom Ursprung der arischen Rasse in
Preußen und präsentieren die Dürrenberger Knochen als Beleg.

Fast 90 Jahre später wird der komplette Gencode entschlüsselt. Was
die Archäogenetiker entdecken: Das reichste Grab der Mittleren
Steinzeit, das je in Europa gefunden wurde, gehörte einer Frau. Sie
lebte vor rund 9.000 Jahren und war als Schamanin offenbar weithin
bekannt. Beerdigt wurde sie wie eine Königin, mit ungewöhnlichen
Mengen an Grabbeigaben, Ketten, Masken aus geschnitzten
Tierknochen, Steinklingen, gebettet in einen Kokon aus weißem Ton.
Besonders überraschte ihr Äußeres: Die Schamanin hatte helle Augen,
pechschwarzes Haar und sie war dunkelhäutig.

Produktion: DLF 2025
Verfügbar bis 26. Februar 2027
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