Carl Schmitts' Großraumordnung: Der völkische Traum vom Ende des Universalismus (Kaderschmiede)

Carl Schmitts' Großraumordnung: Der völkische Traum vom Ende des Universalismus (Kaderschmiede)

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Wir beobachten die Rechten, damit ihr es nicht müsst.

Beschreibung

vor 4 Tagen
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Spätestens seit dem US-Angriff auf Venezuela ist wieder auffällig
oft vom rechten Staatsrechtler Carl Schmitt die Rede. Sein
Großraumkonzept dient dabei als Schlüssel, um die Außenpolitik
der USA unter Trump zu erklären. Nicht nur deutsche Leitmedien
reden wieder von dem “Kronjuristen des Dritten Reichs” – auch
AfD-Politiker fordern gezielt dazu auf, sich wieder mit Schmitt
zu befassen.


In der Kaderschmiede lesen wir deshalb den Text „Völkerrechtliche
Großraumordnung mit Interventionsverbot für raumfremde Mächte“
(1939/1941)1 und schauen, wie er darin argumentiert. Wir fragen
uns, ob das eine nüchterne Diagnose einer zerfallenden
internationalen Ordnung ist oder vor allem eine juristische
Legitimationsschrift für deutsches Expansionsstreben? Nach einer
ausführlichen Rekonstruktion seines Ansatzes prüfen wir, wie
plausibel die gängige Lesart ist, Trump handle „schmittianisch“.
Reicht „America First“ als politische Idee im Sinne Schmitts aus
oder ist Trumps Außenpolitik am Ende eher erratische
Interessenpolitik, die sich allenfalls punktuell in Schmitts
Begriffen beschreiben lässt?


Außerdem blicken wir auf die deutsche Rechte: Welche Rolle
spielen Großraumdenken und „Multipolarität“ in AfD und Vorfeld?
Und warum kann dieselbe Schmitt Referenz zu sehr
unterschiedlichen strategischen Konsequenzen führen von einer
klaren Orientierung an den USA bis zur Idee eines eigenständigen
europäischen Großraums?


Zum Schluss fragen wir: Was gewinnt man analytisch durch Schmitt
und was verliert man politisch? Wer nach Alternativen sucht,
landet jedenfalls nicht bei Großraumromantik, sondern bei der
schwierigen Frage, wie eine weniger blutrünstige internationale
Ordnung überhaupt denkbar wäre.


Das ist unsere dritte Kaderschmiede, in der wir uns intensiv mit
einem rechten Denker auseinandersetzen. Mehrmals pro Monat gibt
es eine neue kostenfreie Folge des Podcasts. In der Kaderschmiede
lesen wir jedoch über mindestens ein Buch und diskutieren es
ausführlich. Da wir den Podcast und den Newsletter völlig
unabhängig betreiben, sind wir dabei auf deine Unterstützung
angewiesen. Du kannst uns bereits ab 5 Euro pro Monat
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Literatur


Carl Schmitt (1941): Völkerrechtliche Großraumordnung mit
Interventionsverbot für raumfremde Mächte. Ein Beitrag zum
Reichsbegriff im Völkerrecht. In: Carl Schmitt: Staat, Großraum,
Nomos. Arbeiten aus den Jahren 1916-1969. Hrsg., mit einem
Vorwort und mit Anmerkungen versehen von Günter Maschke. 2.,
unveränderte Auflage. Duncker & Humblot, Berlin 2021.

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