Die Geheimrede – Die Stalinkritik Chruschtschows und ihre Wirkung im Osten
vor 3 Monaten
Es gelte, den "Personenkult" um Stalin zu beenden. So sagte es sein
Amtsnachfolger Chruschtschow 1956. Die Abrechnung mit dem
Stalinismus löste im gesamten Ostblock Hoffnung aus. Aber sie blieb
unvollendet – bis heute.
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Beschreibung
vor 3 Monaten
Die Geheimrede Chruschtschows, gehalten am 25. Februar
1956 auf dem XX. Parteitag der KPdSU, war der vorläufige Höhepunkt
der Entstalinisierungsbemühungen nach dem Tod Stalins, zu denen die
Separierung von Innenministerium und Staatssicherheit ebenso
gehörten, wie vorzeitige Haftentlassungen. Chruschtschows Politik
und seine Stalinkritik blieben jedoch inkonsequent. Am Leninschen
Prinzip der Alleinherrschaft der Partei rüttelte er in keiner Weise
- im Gegenteil.
Dennoch regte sich in der Folge bei vielen Menschen eine gewisse
Hoffnung auf eine liberalere Politik. Die Partei- und
Staatsbürokratie verzögerte bzw. verhinderte die
Reformbestrebungen. In Ländern wie Ungarn oder Polen wurde
die Geheimrede Chruschtschows als Ermutigung für den
Beginn bzw. die konsequente Fortsetzung eigener
Entstalinisierungsansätze und der Zurückgewinnung der nationalen
Souveränität interpretiert. Einsetzende Demonstrationen und
Massenproteste ließ Chruschtschow von sowjetischen Truppen brutal
niedergeschlagen.
Die SED-Führung unter Ulbricht und Pieck wies die Stalinkritik
Chruschtschows innerlich zurück. Eine breite Debatte über die
Beschlüsse und die Geheimrede des XX. Parteitages
unterbindend, verfolgte die SED-Führung nach der Niederschlagung
der Proteste in Polen und Ungarn Kritiker in und außerhalb der SED.
Obwohl alle politischen Reformbemühungen Mitte der 1950er Jahre
scheiterten, sahen sich die nachfolgend Regierenden gezwungen, ihr
Handeln stärker von dem Stalins abzusetzen. Wesentlicher ist
jedoch, dass die Geheimrede die antistalinistische
Kommunikation in der Gesellschaft einleitete, die bis zu
Chruschtschows Sturz 1964 relativ offen, anschließend im Untergrund
geführt wurde.
Feature von Meinhard Stark
Mit: Ulrike Krumbiegel, Sergej Gladkich, Thomas Stecher, Martin
Seifert, Alexander Brabandt
Schnitt: Hans-Peter Ruhnert
Ton: Holger Kliemchen
Regie: Sabine Ranzinger
Produktion: Mitteldeutscher Rundfunk 2006
Verfügbar bis 16. Februar 2027
1956 auf dem XX. Parteitag der KPdSU, war der vorläufige Höhepunkt
der Entstalinisierungsbemühungen nach dem Tod Stalins, zu denen die
Separierung von Innenministerium und Staatssicherheit ebenso
gehörten, wie vorzeitige Haftentlassungen. Chruschtschows Politik
und seine Stalinkritik blieben jedoch inkonsequent. Am Leninschen
Prinzip der Alleinherrschaft der Partei rüttelte er in keiner Weise
- im Gegenteil.
Dennoch regte sich in der Folge bei vielen Menschen eine gewisse
Hoffnung auf eine liberalere Politik. Die Partei- und
Staatsbürokratie verzögerte bzw. verhinderte die
Reformbestrebungen. In Ländern wie Ungarn oder Polen wurde
die Geheimrede Chruschtschows als Ermutigung für den
Beginn bzw. die konsequente Fortsetzung eigener
Entstalinisierungsansätze und der Zurückgewinnung der nationalen
Souveränität interpretiert. Einsetzende Demonstrationen und
Massenproteste ließ Chruschtschow von sowjetischen Truppen brutal
niedergeschlagen.
Die SED-Führung unter Ulbricht und Pieck wies die Stalinkritik
Chruschtschows innerlich zurück. Eine breite Debatte über die
Beschlüsse und die Geheimrede des XX. Parteitages
unterbindend, verfolgte die SED-Führung nach der Niederschlagung
der Proteste in Polen und Ungarn Kritiker in und außerhalb der SED.
Obwohl alle politischen Reformbemühungen Mitte der 1950er Jahre
scheiterten, sahen sich die nachfolgend Regierenden gezwungen, ihr
Handeln stärker von dem Stalins abzusetzen. Wesentlicher ist
jedoch, dass die Geheimrede die antistalinistische
Kommunikation in der Gesellschaft einleitete, die bis zu
Chruschtschows Sturz 1964 relativ offen, anschließend im Untergrund
geführt wurde.
Feature von Meinhard Stark
Mit: Ulrike Krumbiegel, Sergej Gladkich, Thomas Stecher, Martin
Seifert, Alexander Brabandt
Schnitt: Hans-Peter Ruhnert
Ton: Holger Kliemchen
Regie: Sabine Ranzinger
Produktion: Mitteldeutscher Rundfunk 2006
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