Beschreibung

vor 11 Monaten

https://de.wikisource.org/wiki/Thesen_%C3%BCber_Feuerbach


Man kann gar nicht genug bedauern, was sogenannte Marxisten aus
diesem entscheidenden Schritt menschlichen Verstehens
geschlussfolgert und gemacht bzw. nicht gemacht haben. Die einen
rufen nach Praxis, Praxis und immer mehr Praxis – selbst in der
unpraktischsten Lage. Die anderen leiten daraus die vermeintliche
Berechtigung ab, praktisch nichts tun zu müssen, die Hände in den
Schoß zu legen und auf "bessere Zeiten", oder "verständigere
Arbeiter" zu warten – selbst dann noch, wenn die Welt längst
ringsum tüchtig ins Schwanken gerät und alle Verhältnisse
auffordern Tätig zu sein. Auf der anderen Seite möchten auch
erfahrene Genossen nicht verstehen, dass auch ein ernsthaftes
Studium, scheinbar abstrakter Fragen, eine notwendige Tätigkeit
ist, der man immer wieder Zeit einräumen muss, da wie Marx sagt,
"der Erzieher selbst erzogen werden muss".


Wenn man da raus geht, um für die Revolution zu arbeiten, als
müsste man bloß die Menschen finden und führen, eben "erziehen",
wer wird den Worten dann schon Folge leisten? Erziehen wir vor
allem erst einmal uns selbst, im Selbststudium, in der Praxis.
Und lassen wir uns erziehen durch Erfahrungen. Da gäbe es gewiss
genug zu tun...

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