52. Die Landjuden von Rexingen bei Horb
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Beschreibung
vor 1 Woche
Dieter unterhält sich mit Heinz Högerle, dem Gründer und
langjährigen Vorsitzender des Gedenkstättenverbundes
Gäu-Neckar-Alb und Herausgeber der Gedenkstättenrundschau, über
die Geschichte eines Dorfes, das über Jahrhunderte von seiner
jüdischen Bewohnern geprägt war, bis die Nationalsozialisten sie
vertreiben oder ermordet haben.
Das Dorf Rexingen, heute ein Stadtteil von Horb, galt bis ins 20.
Jahrhundert als die „Viehbörse Süddeutschlands“, denn dort waren
so viele jüdische Viehhändler beheimatet wie sonst nirgends im
Südwesten. Juden und katholische Christen waren gemeinsam im
Gesangsverein oder bei der Feuerwehr, bis die Nazis ab 1933 die
jüdischen Bürger aus dem zivilen Leben hinausdrängten, sie
einsperrten und vertrieben. Die Reaktion vieler Rexinger Juden
darauf war der zionistische Plan, ein Dorf im britischen
Mandatsgebiet, dem späteren Israel, zu gründen. Dies gelang im
April 1938 - doch nicht alle Rexinger konnten dorthin auswandern,
in drei Deportationszügen wurden die zurückgebliebenen nach Riga,
Izbica und Theresienstadt deportiert und kamen dort ums Leben.
Von über 120 Deportierten überlebten nur drei Personen.
Unterrichtsmodule auf dem Landesbildungsserver:
Rexingen - Geschichte der Landjuden am Neckarknie bei Horb
https://www.schule-bw.de/faecher-und-schularten/gesellschaftswissenschaftliche-und-philosophische-faecher/landeskunde-landesgeschichte/module/epochen/judeninbw/rexingen-alijah
Jüdische Lebenswelten in Hohenzollern und am Oberen Neckar
(1871-1933)
https://www.schule-bw.de/faecher-und-schularten/gesellschaftswissenschaftliche-und-philosophische-faecher/landeskunde-landesgeschichte/module/bp2016/derindustrialisierte_nationalstaat/juedische-lebenswelten-in-hohenzollern-und-am-oberen-neckar-1871-1933
Der im Gespräch erwähnte Wegweiser zu den NS-Erinnerungsorten:
Dieter Grupp, Heinz Högerle, Ines Mayer, Martin Ulmer (Hg.):
Verbrechen. Volksgemeinschaft. Widerstand. Ein Wegweiser zu
Spuren des Nationalsozialismus in der Region Gäu-Neckar-Alb,
Stuttgart 2025
https://www.gmeiner-verlag.de/buecher/titel/verbrechen-volksgemeinschaft-widerstand.html
Literatur zu Rexingen:
Heinz Högerle, Carsten Kohlmann, Barbara Staudacher (Hg.): Ort
der Zuflucht und Verheißung. Shavei Zion 1938-2008. Stuttgart
2008
Ders., Peter Müller, Martin Ulmer (Hg.): Ausgrenzung - Raub -
Vernichtung. „NS-Akteure“ und „Volksgemeinschaft“ gegen die Juden
in Württemberg und Hohenzoillern 1933-1945. Stuttgart 2019.
Besonders darin:
Barbara Staudacher: Das nationalsozialistische Schächtverbot und
seine Auswirkungen am Beispiel jüdischer Metzger in Rexingen,
Horb und Baisingen, 157-168.
Dies.: Die Vernichtung der jüdischen Viehhändler. 371-382.
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