Zwischen Krise und Neuanfang: Ariadne von Schirach und die Frage, wie wir die Welt neu erzählen können

Zwischen Krise und Neuanfang: Ariadne von Schirach und die Frage, wie wir die Welt neu erzählen können

45 Minuten

Beschreibung

vor 1 Jahr

Zwischen Krise und Neuanfang: Wie können wir die Welt neu
erzählen?


In dieser besonderen Folge sprechen Edgar Eller und die
Philosophin Ariadne von Schirach über die großen Fragen unserer
Zeit: Wie navigieren wir durch eine Welt, die von Krisen geprägt
ist? Welche Erzählungen können uns helfen, in eine lebenswertere
Zukunft zu gehen?


Das Gespräch beginnt mit einer kritischen Betrachtung des
öffentlichen Raums. Ariadne von Schirach schildert, wie dieser
Raum, einst ein Ort des gemeinsamen Austauschs und der
kollektiven Meinungsbildung, heute zunehmend unter Druck steht.
Der öffentliche Diskurs ist fragmentiert und oft von ökonomischen
Prinzipien wie Aufmerksamkeit und Polarisierung bestimmt.
Trotzdem bleibt die Hoffnung: Neue, dezentrale Räume – sei es in
Online-Foren oder kleineren Gemeinschaften – bieten Möglichkeiten
für konstruktive Dialoge und neue Formen der Begegnung.


Ein zentrales Thema ist die Bedeutung der Perspektivenvielfalt.
Schirach betont, dass wahre Dialogfähigkeit darin liegt, nicht
nur eine Meinung, sondern mehrere Standpunkte zu reflektieren.
„Wer versteht, dass jede Meinung auch ihr Gegenteil beinhaltet,
qualifiziert sich als Gesprächspartner,“ so Schirach. Diese
Offenheit sei der Schlüssel zu einem erneuerten öffentlichen
Raum, in dem nicht mehr gegeneinander, sondern miteinander
gedacht wird.


In der zweiten Hälfte des Gesprächs rückt die Liebe in den Fokus
– nicht nur als persönliches Gefühl, sondern als philosophisches
Konzept und transformative Kraft. Liebe, erklärt Schirach,
bedeutet, das Unvollkommene anzunehmen, sowohl in uns selbst als
auch in anderen. Sie beschreibt die Liebe als eine „großzügige
Geste“, die uns lehrt, das Leben mit all seinen Widersprüchen zu
akzeptieren. Dabei zitiert sie den Psychologen Viktor Frankl, der
betont, dass ein Ja zum Leben immer auch das Unverfügbare,
Schmerzvolle und Unvollkommene einschließt.


Besonders berührend ist Schirachs Ausführung über die Liebe als
einen Blick, der das Hässliche in etwas Schönes verwandeln kann.
„Das, was wir lieben, wird schön,“ sagt sie, und verweist auf die
griechische Göttin Aphrodite, die Schönheit und Liebe miteinander
verbindet. In diesem Sinne ist die Liebe nicht nur ein
persönliches Erlebnis, sondern auch ein Weg, die Welt neu zu
betrachten – und das, was uns als Krise erscheint, in eine
Möglichkeit zu verwandeln.


Das Gespräch endet mit einem inspirierenden Aufruf: Statt zu
fragen, Was hat die Welt mir zu bieten?, sollten wir uns
fragen: Was kann ich der Welt geben? Diese Haltung des
Wohlwollens, unabhängig von persönlichem Nutzen, sei der
Schlüssel zu einer erfüllten Existenz und einer besseren Welt.


Ein tiefgehendes und nachdenkliches Gespräch über Krise, Wandel
und die Kraft der Liebe, das uns einlädt, die Welt mit neuen
Augen zu sehen – und die eigenen Möglichkeiten, sie zu gestalten.


Urban Insights ist ein Podcast des Dachverbands Stadtmarketing
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