Müssen wir jetzt alle zu Preppern werden?

Müssen wir jetzt alle zu Preppern werden?

Auf einmal haben Kurbelradios Konjunktur: Der Stromausfall in Berlin hat gezeigt, wie wichtig Vorsorge für Notfälle ist. Aber wie geht es richtig?
50 Minuten

Beschreibung

vor 2 Wochen
Tausende Haushalte ohne Strom, für mehrere Tage, im tiefsten
Winter: Der Brandanschlag auf die Stromversorgung in Berlin Anfang
Januar hat gezeigt, wie schnell es zu Ausnahmesituationen kommen
kann. Wie sind die Menschen in Deutschland auf solche Notfälle
vorbereitet? Wie sieht vernünftige Vorsorge aus? Sollten wir alle
zu Preppern werden – und was steckt eigentlich hinter dem Begriff?
Oder ist das alles gerade etwas überbewertet? Darum geht es in der
neuen Folge von "Ist das eine Blase?", dem Wirtschaftspodcast der
ZEIT über Geld, Macht, Gerechtigkeit. Darin sprechen die Hosts
Carla Neuhaus und Jens Tönnesmann über eine aktuelle Studie
der TU Kaiserslautern-Landau (PDF), die zeigt, wie schlecht die
Deutschen auf eine Katastrophe vorbereitet sind. Sei es, weil sie
sich damit nicht beschäftigen wollen oder ihnen der Platz für
Vorräte fehlt. Was Menschen dazu bringt, sich vorzubereiten, und
welche Rolle dabei zum Beispiel das fehlende Vertrauen in den Staat
spielt, auch das thematisiert diese Folge. Zu Gast ist  der
Kulturwissenschaftler Julian Genner, der sich in den vergangenen
Jahren für sein Buch "Im Prepperkeller" intensiv mit der
Prepperszene beschäftigt hat. Im Podcast berichtet er von seinen
Besuchen bei Preppern und erklärt, warum Preppen kein Randphänomen
mehr, sondern in der Mitte der Gesellschaft angekommen ist. Genner
erklärt auch, was Preppen von vernünftiger Vorsorge unterscheidet:
Den Preppern gehe es eher egoistisch darum, "den Zusammenbruch der
Gesellschaft" zu überleben, während in sinnvoller Vorsorge ein
Solidaritätsgedanke stecke: Man bereitet sich vor, um im Krisenfall
das System und die Einsatzkräfte zu entlasten. Kritisch sieht
Genner allerdings, dass auch in der normalen Krisenvorsorge
übersehen werde, wie wichtig soziale Kontakte und Beziehungen im
Notfall seien. "Ich kann noch so viele Konservendosen und
Survivalausrüstungen zu Hause haben", sagt Genner, mit einer Krise
werde man kaum alleine fertig. "Man ist auf andere angewiesen."
"Ist das eine Blase?" ist der Wirtschaftspodcast der ZEIT. Alle
zwei Wochen montags diskutieren die Hosts Carla Neuhaus, Jens
Tönnesmann und Zacharias Zacharakis über das, was die Welt im
Innersten zusammenhält: Geld, Macht und Gerechtigkeit. [ANZEIGE]
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