#140 Weibliche Anatomie sichtbar werden lassen

#140 Weibliche Anatomie sichtbar werden lassen

im Gespräch mit Johanna
1 Stunde 24 Minuten

Beschreibung

vor 3 Wochen
Johanna ist Ende 20 und an Vulvakrebs erkrankt. Ihre Geschichte
begann bereits in der Pubertät mit der Diagnose Lichen sclerosus.
Über Jahre war sie medikamentös gut eingestellt, bis sie mit Mitte
20 eine Stelle an der inneren Vulvalippe bemerkte, die nicht
abheilte. Was folgte, war ein langer Leidensweg. Johanna suchte
mehrere Ärzte auf, wurde vertröstet, bekam Salben und fühlte sich
immer wieder nicht ernst genommen. Niemand brachte ihre Beschwerden
mit einem Vulvakarzinom in Verbindung. Erst sehr spät wurde sie
operiert und damit begann eine intensive, mehrjährige Behandlung.
Innerhalb von zwei Jahren musste Johanna zehn Operationen über sich
ergehen lassen, darunter eine Vulvektomie, die Entfernung der
inneren Vulvalippen, der äußeren Klitoris, eine
plastisch-chirurgische Rekonstruktion, die Entnahme von Lymphknoten
sowie eine Radio-, Chemo- und Immuntherapie. Die Nebenwirkungen
dieser Therapie begleiten sie bis heute. In dieser Folge erzählt
Johanna von der Ohnmacht, die sie als Patientin erlebt hat: über
fehlende Aufklärung, über Ärzte, die an ihre Grenzen kamen, und
über das Gefühl, medizinische Schritte selbst vorschlagen zu
müssen. Gleichzeitig spricht Johanna von einer starken inneren
Klarheit. Sie hat den Kontakt zu ihrem Körper nie verloren, sondern
Mitgefühl für das entwickelt, was ihr Körper durchmachen musste.
Wissen, Selbstfürsorge und das Ernstnehmen der eigenen Wahrnehmung
sind für sie zentrale Pfeiler geworden. Was bleibt, ist der
Eindruck einer jungen Frau mit großer innerer Stärke und einer
bemerkenswerten Haltung.

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