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Episoden

1 Stunde 16 Minuten
Im Spätsommer 2022 spürte Eva, dass etwas mit ihrem Körper nicht stimmte. Immer wieder fühlte sie sich nach dem Essen unwohl. Dann kamen starke Übelkeit, Rückenschmerzen und Fieber hinzu. Als ihre Hausärztin schließlich ihre Blutwerte kontrollierte, waren die Leberwerte so stark erhöht, dass Eva sofort ins Krankenhaus musste. Zunächst wurden Gallensteine vermutet. Doch bei den Untersuchungen entdeckten die Ärzte ein Gewächs, das ihren Gallengang verschloss. Drei Gewebeproben brachten keinen eindeutigen Befund. Schließlich wurde Eva zu einer großen Operation, der sogenannten Whipple-OP, geraten. Erst danach stand fest: Eva hatte Bauchspeicheldrüsenkrebs, der bereits in die Lymphknoten gestreut hatte. Es folgten zwölf Zyklen Chemotherapie über sechs Monate. Eine Zeit, die Eva körperlich und seelisch enorm forderte. Besonders getragen fühlte sich Eva von ihrer Familie und ihren Freunden. Gemeinsam mit ihrem Sohn zog sie wieder bei ihren Eltern ein. Sie ließ auch die schweren Gefühle zu, die ihre Erkrankung und die Behandlung mit sich brachten. Nach Abschluss der Chemotherapie zeigte das Kontroll-CT keinen Hinweis auf Krebs. Für Eva begann ein neuer Lebensabschnitt, in dem sie vieles grundlegend veränderte.
1 Stunde
„Ich hab euch doch gesagt, ich bin krank.“ Mit diesem Satz scherzte Jana früher oft mit ihren Freunden. Denn sie spürte schon lange, dass etwas mit ihr nicht stimmte. Sie war ständig erschöpft, hatte kaum noch Kraft und zweifelte irgendwann sogar an sich selbst. Schließlich wurde hinter ihrem Brustbein ein 13 Zentimeter großes Lymphom entdeckt. Es folgten sechs Monate Chemotherapie, die Jana so stark belasteten, dass ihre Eltern bei ihr einzogen, um sie zu versorgen. Nach der Behandlung erreichte sie eine Komplettremission. Doch Jana fühlte sich weiterhin krank. Bei einer erneuten Untersuchung wurde schließlich eine verdächtige Veränderung entdeckt, die zunächst sechs Monate lang beobachtet werden sollte. Diese Zeit nutzte Jana ganz bewusst für sich. Sie reiste allein nach Spanien, feierte eine ganze Woche lang Geburtstag und bereitete ihren Körper mit Sport und gesunder Ernährung auf eine mögliche weitere Therapie vor. Als die Veränderung nach sechs Monaten doppelt so groß war, musste Jana erneut eine Krebstherapie durchlaufen. Heute erzählt sie, dass sie ausgerechnet in den vergangenen zwölf Monaten so viele schöne Dinge erlebt hat wie nie zuvor. Ihre Erkrankung hat ihren Blick auf den eigenen Körper, auf das Leben und auf das, was ihr wirklich wichtig ist, grundlegend verändert.
1 Stunde 14 Minuten
Jeanette hatte bereits eine Brustkrebsdiagnose hinter sich, als sie erneut mit einer erschütternden Nachricht konfrontiert wurde: Bei einer bildgebenden Untersuchung wurden Auffälligkeiten entdeckt, die auf Metastasen im Knochenmark und in den Lymphbahnen hindeuteten. Jeanette ging davon aus, dass ihr nicht mehr viel Lebenszeit bleiben würde. Sie begann, ihre Angelegenheiten zu regeln und sich mit ihrem Tod auseinanderzusetzen. Doch dann stellte sich heraus, dass die vermeintlichen Metastasen keine waren. Über diese Zeit und darüber, was eine solche Fehldiagnose mit einem Menschen macht, hat Jeanette ein Buch geschrieben: Der Sommer, als ich sterben sollte. Ihre Geschichte begann einige Zeit zuvor mit Veränderungen an ihrer Brust, die zunächst wiederholt als unbedenklich eingeschätzt wurden. Schließlich erhielt sie die Diagnose Brustkrebs. Jeanette ließ sich operieren und bestrahlen, entschied sich jedoch gegen eine Chemotherapie. Eine anschließende Immuntherapie brach sie nach einigen Monaten wegen starker Nebenwirkungen ab. Jahre später wurde bei einer Routineuntersuchung der Verdacht auf ein Rezidiv geäußert. Eine erste Biopsie zeigte Krebszellen, vier weitere Gewebeproben hingegen nicht. Weil in ihren Unterlagen außerdem ein Hinweis auf vertauschte Patientendaten auftauchte, ließ Jeanette die Herkunft aller fünf Proben überprüfen. Der DNA-Abgleich bestätigte, dass sämtliche Proben von ihr stammten. Zurück blieb die quälende Frage, ob der Brustkrebs tatsächlich wiedergekehrt war. Erneut musste Jeanette Untersuchungen, widersprüchliche Ergebnisse und lange Wartezeiten aushalten. Gleichzeitig sorgte sie sich um ihre Tochter, die seit ihrem siebten Lebensjahr mit einem unheilbaren Hirntumor lebt. Ausgerechnet während ihrer Abiturzeit zeigte sich, dass sich die Erkrankung wieder verändert hatte. Zum Zeitpunkt unseres Gesprächs hatte Jeanette entschieden, sich einer Mastektomie mit anschließendem Brustaufbau zu unterziehen. Sie wollte ihre Kräfte künftig vor allem für ihre Tochter einsetzen.
46 Minuten
Jana war 26 Jahre alt, als sie im Juli 2025 die Diagnose triple-negativer Brustkrebs erhielt. Ihre Mutter war bereits mit 36 Jahren an Brustkrebs erkrankt. Bei einer Ultraschalluntersuchung wurde eine Veränderung entdeckt, die zunächst als gutartiges Fibroadenom eingeordnet wurde. Als Jana den Knoten später selbst spüren konnte und Schmerzen hinzukamen, suchte sie erneut ihren Frauenarzt auf. Obwohl die Veränderung gewachsen war, blieb es zunächst bei dieser Einschätzung. Doch Jana hatte das Gefühl, dass etwas nicht stimmte. Sie bestand auf einer Stanzbiopsie. Wenig später erhielt sie die Diagnose Brustkrebs. Es folgten zahlreiche Untersuchungen, eine Kinderwunschbehandlung, Chemotherapie, eine Operation mit anschließendem Brustaufbau und eine Immuntherapie. Was mich an Janas Geschichte besonders beeindruckt hat, ist ihre positive Haltung während dieser Zeit. Sie berichtete von wenigen Nebenwirkungen, konnte nach der Chemotherapie bald wieder Fahrrad fahren und freute sich sogar über ihre neu gewachsenen Locken. Auch mit dem Ergebnis ihrer Brustoperation ist Jana sehr zufrieden. Ihre Familie, ihre Freunde und besonders ihre Mutter, die sie zu vielen Untersuchungen begleitete, waren wichtige Menschen an ihrer Seite.
51 Minuten
Julia war Mitte 30, als sie Veränderungen an ihrer Brust bemerkte. Sie konnte zunächst selbst kaum beschreiben, was genau sich anders anfühlte. Ein Ultraschall beim Gynäkologen bliebt ohne Befund. Einige Zeit später entstand an ihrer Brustwarze eine kleine wunde Stelle, die nicht richtig abheilte. Zunächst vermutete sie, dass ihr Sport-BH die Haut gereizt hatte. Als die Stelle trotz Salbe immer wieder aufbrach, ging sie erneut zu ihrem Frauenarzt. Auch dieses Mal zeigte der Ultraschall keinen auffälligen Befund. Julia entschied sich schließlich, eine andere Ärztin aufzusuchen. Diese vermutete aufgrund der Veränderung an der Brustwarze ein Paget-Karzinom und schickte Julia zur weiteren Abklärung ins Brustzentrum. Bei den folgenden Untersuchungen wurde schließlich ein ausgeprägtes DCIS – ein duktales Carcinoma in situ – festgestellt. Ein DCIS entsteht in den Milchgängen der Brust. Die veränderten Zellen befinden sich dabei zunächst innerhalb der Milchgänge und haben das umliegende Brustgewebe noch nicht durchbrochen. Deshalb wird ein DCIS häufig als Brustkrebsvorstufe beziehungsweise nicht-invasive Form bezeichnet. In Julias Fall waren große Bereiche des Milchgangsystems betroffen. Julia wurde zu einer Mastektomie geraten. Das Brustdrüsengewebe wurde entfernt und die Brust zunächst mit einem Implantat rekonstruiert. Wenige Wochen später musste sie erneut operiert werden, weil der notwendige Sicherheitsabstand im Gewebe nicht ausreichend war. Heute ist Julia auf dieser Seite flach.
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Über diesen Podcast

LEBE SELBSTVOLL, der Podcast für Frauen mit und nach Krebs. Was verändert sich im Leben, wenn plötzlich eine Krebsdiagnose im Raum steht? Wie erleben Betroffene die Zeit der Behandlung und was bleibt, wenn die Therapie abgeschlossen ist oder die Erkrankung Teil des weiteren Lebens wird? In LEBE SELBSTVOLL erzählen Frauen von ihren persönlichen Erfahrungen mit Krebs. Sie sprechen über ihre Diagnose und Behandlung, über Ängste und Unsicherheiten, Veränderungen des eigenen Körpers, Beziehungen und Familie, über das Leben danach und darüber, was ihnen heute wichtig ist. Neue Folgen gibt es jeden Dienstag. Mehr über den Podcast, meine fotografische Arbeit und mein Buch "schön & stark, Frauen mit Krebs" findest du auf www.franziskaguentherfotografie.de
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