Kölns Oberbürgermeister über Bauturbo, Versöhnung mit der Oper, wankende Demokratie, Politik mit Herz und Olympia

Kölns Oberbürgermeister über Bauturbo, Versöhnung mit der Oper, wankende Demokratie, Politik mit Herz und Olympia

52 Minuten

Beschreibung

vor 1 Monat

In der neuen Folge von „Wirtschaft Köln unplugged“ spricht
Moderator Björn Lindert mit Kölns Oberbürgermeister Torsten
Burmester über alles, was die Stadt bewegt. Wenn Köln ein
Sportler wäre? Für Burmester ganz klar ein
Marathonläufer. Viele Probleme, wenig Pausen, aber mit Ausdauer,
Haltung und dem festen Willen, anzukommen. Sein Anspruch ist
eindeutig: „Köln muss den Anspruch haben, Metropole zu
sein.“  


Kurz nach Amtsantritt direkt die Realität: leere Kassen,
Haushaltssperre, Kommunen in dramatischer finanzieller Lage.
Themen wie Wohnen, Wirtschaft, Sicherheit und Sauberkeit dulden
keinen Aufschub. Burmester spricht offen über unbequeme
Entscheidungen, über Vertrauen, das Politik verspielt und über
Vertrauen, das sie zurückgewinnen muss. Auch die Oper kommt zur
Sprache: „Wir müssen und werden uns mit der Oper
versöhnen.“  


Ein zentrales Thema ist der Bauturbo: Bauen muss günstiger,
schneller und einfacher werden. Burmester erklärt, wie
Genehmigungsprozesse radikal beschleunigt werden sollen und warum
Wohnen längst zu einem der größten Bremsklötze für den
Wirtschaftsstandort Köln geworden ist. Auch der seit über zehn
Jahren schwelende Streit um das Geißbockheim soll in seiner
Amtszeit beendet werden.  


Köln, so Burmester, lebt von seiner Identität. Der Karneval ist
dabei weit mehr als Feierei: Wirtschaftsfaktor, Image-Träger,
Integrationsmotor und gesellschaftlicher Klebstoff. Am Ende
klärt sich auch die Frage, ob der Oberbürgermeister eher
Karnevalsmaus oder nüchterner Beobachter ist.  


Großer Blick nach vorn: die Olympiabewerbung Rhein-Ruhr. Die
Bürgerbefragung am 19.04. ist für Burmester
entscheidend. „Ich werde mein ganzes Gewicht in die
Waagschale werfen, um die Menschen davon zu überzeugen, dass
Olympia gut für unsere Region ist.“ Sportförderung, Innovation,
KI und Digitalisierung gehören für ihn zwingend zu Kölns
Zukunft.  


Politisch regiert er ohne feste Mehrheit, das sei Herausforderung
und Chance zugleich. „Ich merke, dass Fraktionen miteinander
sprechen, die vor zwei Monaten noch gesagt haben, sie würden nie
wieder miteinander sprechen.“ Gleichzeitig warnt er deutlich:
„Die kommunale Demokratie gerät ins Wanken, und genau dort will
ich gegensteuern.“  


Ein Gespräch über Verantwortung, Mut zur Entscheidung, Politik
mit Herz und über eine Stadt, die moderner werden soll, ohne ihre
Seele zu verlieren. 

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