Episode 3: Viel zu nah - meine gefährliche Begegnung mit einem Bären in Kanada
Wander- und Campingtrip durch die Nationalparks Kanadas
13 Minuten
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Beschreibung
vor 3 Wochen
Wenn ich mal einem Bären begegne, dann mitten im Wald, mit
Bear-Spray am Gürtel, und dann bloß nicht rennen, dachte ich
immer. Seit acht Jahren verbringe ich mehrere Monate im Jahr in
den Rocky Mountains, wandere viele hundert Kilometer, zelte im
Hinterland und höre mir dann von Leuten, die nur eine Woche zu
Besuch sind, an, dass sie in sieben Tagen mal eben drei Bären vom
Autofenster aus gesehen haben. Und ich? Nix. Absolut kein Bär auf
irgendeiner Wanderung anywhere in all den Jahren. Nie. Nicht,
dass ich einem begegnen möchte, denn Bär-Begegnungen gehören zu
den gefährlichsten und auch tödlichsten Gefahren in den Bergen in
den USA und Kanada. Vergiss Paddington Bear – die echten Viecher
tragen keinen niedlichen, roten Schlapphut. Unterschätze niemals
Tiere in der Wildnis.
Als der Moment passiert, in dem ich in Kanada final doch auf
einen Bären treffe, ist nichts so, wie es sein sollte. Es ist
nicht mitten im Wald, sondern auf einer Straße. Ich habe mein
Bear-Spray gerade mit meinem Rucksack am Auto abgeladen – und ich
bin am Rennen. Und auf einmal steht er vor mir. Groß, schwarz,
beinahe surreal plüschig. Dass ich sein Fell im Detail ausmachen
kann, spricht dafür, dass ich zu nah dran bin. Viel zu nah. Und
schutzlos. Eine Begegnung, die das Blut in meinem Kopf
kristallisieren lässt. Ein Moment, in dem die Sekunden wie ein
chinesischer Gong in meiner Brust hallen – langsam, laut und mit
dem Gedanken, dass es das jetzt auch einfach gewesen sein könnte.
Mit dem Leben.
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